Untersuchungen zu möglichen Marktmanipulationen US-Behörden prüfen Verdacht auf Insiderhandel im Ölsektor
08.05.2026, 05:13 Uhr
Händler, die während des Iran-Kriegs auf fallende Ölpreise setzten, erzielten erhebliche Gewinne. Gab es möglicherweise Insiderinformationen, die ihnen bekannt waren? Das US-Justizministerium hat angekündigt, diesen Verdacht zu überprüfen, insbesondere in Bezug auf bestimmte Transaktionen.
Berichten zufolge untersucht das US-Justizministerium eine Reihe von verdächtigen Handelsaktivitäten auf dem Ölmarkt, die kurz vor wichtigen Ankündigungen von Präsident Donald Trump und anderen Regierungsvertretern stattfanden. Dabei handelt es sich um mindestens vier Geschäfte, bei denen Händler während des Iran-Kriegs über 2,6 Milliarden US-Dollar (rund 2,2 Milliarden Euro) auf fallende Ölpreise gesetzt haben, so Informationen von US-Medien.
Die Wetten wurden jeweils kurz vor neuen Bekanntmachungen von Trump oder iranischen Regierungsvertretern platziert. Auch die Commodity Futures Trading Commission (CFTC), die für Rohstoffgeschäfte zuständig ist, ist in die Ermittlungen involviert.
Details der untersuchten Transaktionen
Laut Berichten hatten Händler im März über 500 Millionen US-Dollar auf fallende Ölpreise gewettet, kurz bevor der US-Präsident die Verschiebung geplanter Angriffe auf das iranische Stromnetz bekanntgab. Im April wurden drei weitere Transaktionen identifiziert, die nun ebenfalls unter die Lupe genommen werden:
- Am 7. April setzten Händler 960 Millionen US-Dollar auf fallende Ölpreise, kurz bevor Trump eine vorübergehende Waffenruhe verkündete.
- Am 17. April wetteten Spekulanten 760 Millionen US-Dollar auf sinkende Ölpreise, nur 20 Minuten bevor der iranische Außenminister Abbas Araghtschi die Öffnung der Straße von Hormus bekanntgab.
- Am 21. April platzierten Unbekannte 430 Millionen US-Dollar auf nachgebende Ölpreise, 15 Minuten vor Trumps Ankündigung einer verlängerten Waffenruhe.
Eine Quelle betonte, dass sich die Ermittlungen noch in einem frühen Stadium befinden und bisher keine Beweise für strafbares Verhalten vorliegen. Neben den aktuellen Untersuchungen planen die Ermittler auch, verdächtige Aktivitäten auf Spekulationsplattformen zu prüfen, die ebenfalls mit dem Iran-Konflikt in Verbindung stehen.
Quellen: n-tv