„Mein Leben ist derzeit wunderschön“, sagt Amir M. vor Gericht und äußert seine Angst, dieses Leben wieder zu verlieren.
Der 21-jährige Pharmazie-Student gestand vor Gericht, über die Messenger-Dienste Telegram und WhatsApp mit Drogen gehandelt zu haben. Er hofft auf eine Bewährungsstrafe und nennt dabei auch Namen aus der Drogenszene.
Der Weg in die Drogenkriminalität
Im Jahr 2022 sah sich Amir M. mit einer schwierigen Lebenssituation konfrontiert: kein Bafög, kein Kontakt zu seinem Vater und finanzielle Engpässe. Um seinen Traum vom Pharmaziestudium nicht aufzugeben, suchte er nach neuen Möglichkeiten. Anstatt einen regulären Job in der Gastronomie oder im Einzelhandel zu suchen, wandte er sich an Straßendealer und fragte, ob er „mitmachen“ dürfe. Dies berichtet er am Dienstag vor Gericht.
Kurze Zeit später erhielt er ein Handy mit zahlreichen Kontakten und begann, über Telegram und WhatsApp sein eigenes Drogengeschäft aufzubauen. Im Oktober 2022 wurde er schließlich von den Behörden entdeckt.
Verkauf von Drogen in der Innenstadt
Amir M. verkaufte fast täglich Kokain und Amphetamin. Laut Anklage traf er sich am 12. September 2022 morgens an der Bramfelder Chaussee mit einem Kunden, um ihm eine Kapsel Kokain zu verkaufen. Am selben Tag verkaufte er mittags in der Nähe der Messehallen zehn Kapseln und abends Drogen im Wert von 100 Euro. Am nächsten Tag ging es erneut zu einem seiner Haupttreffpunkte vor der Feuerwache am Berliner Tor.
Aufdeckung und Konsequenzen
Der Angeklagte kontaktierte seine Kunden über Telegram und WhatsApp, wobei in den Gruppen bis zu 200 Personen waren. Er verschickte Preislisten und nahm Bestellungen entgegen. In einem späteren Schritt bezog er auch eine 17-Jährige in sein Geschäft ein, die Drogen für ihn ausliefern sollte.
Das Risiko, entdeckt zu werden, stieg mit jedem Verkauf. Am 18. Oktober wurde Amir M. in einem Leihwagen vom Zoll kontrolliert. Dabei fanden die Beamten zwei Schreckschusswaffen, Kokain, Amphetamin und 7000 Euro Bargeld. Daraufhin kam er für drei Wochen in Untersuchungshaft.
Neuanfang in Braunschweig
Nach seiner Haftzeit hat Amir M. sein Leben grundlegend geändert. Er lebt nun in Braunschweig, wo er weiterhin Pharmazie studiert. Er erhält wieder Bafög und hat den Kontakt zu seinem Vater verbessert. Zudem hat er seit drei Jahren eine Freundin, die er heiraten möchte. Statt Drogenhandel verdient er nun sein Geld mit Nachhilfeunterricht.
Angst vor der Rückkehr zur Kriminalität
Amir M. beschreibt sein aktuelles Leben als „wunderschön“ und äußert die Sorge, dieses Leben durch seine Taten zu verlieren. Er hofft auf eine Bewährungsstrafe und gesteht seine Taten, auch wenn er sich an viele Einzelheiten nicht mehr erinnern kann.
Namen aus der Drogenszene
Auf Fragen zu seinen Lieferanten antwortet Amir M. häufig mit „Weiß ich nicht mehr“, da die Ereignisse zu lange zurückliegen. Dennoch erinnert er sich an die Namen seiner beiden Lieferanten, von denen einer dem Gericht bereits bekannt ist und als Zeuge geladen wurde. Der zweite Name war den Ermittlern bislang unbekannt. Er bezog von ihnen das Kokain und Amphetamin, kann jedoch keine genauen Mengenangaben zu seinen Käufen und Verkäufen machen.
Auswirkungen des Geständnisses
Das Geständnis und die Angaben des Angeklagten könnten sich strafmildernd auf das Urteil auswirken, wie die Richterin zu Beginn des Verfahrens betonte. Bis zum 31. August sind noch sieben weitere Gerichtstermine angesetzt.
Quellen: mopo
Bildquelle: KI generiert