Die US-Einwanderungsbehörde ICE sieht sich landesweit scharfer Kritik ausgesetzt.
Washington
1.02.2026 / 14:46
Ein Vorfall, der für erhebliche Empörung sorgte: Die US-Einwanderungsbehörde ICE nahm während eines Einsatzes in Minneapolis einen fünfjährigen Jungen zusammen mit seinem Vater in Gewahrsam. Ein Richter in Texas hat nun die Freilassung der beiden bis spätestens Dienstag angeordnet, wie aus den Gerichtsdokumenten hervorgeht. Der Fall des kleinen Jungen, der vor fast zwei Wochen bei einer Razzia in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota aufgegriffen wurde, führte zu landesweiten Protesten.
Richter kritisiert Vorgehen der Regierung
Der Richter äußerte sich in seiner Begründung ungewöhnlich deutlich. Der Fall sei das Ergebnis eines „schlecht durchdachten und inkompetent umgesetzten Bestrebens der Regierung, tägliche Abschiebequoten einzuhalten – selbst wenn dies zur Traumatisierung von Kindern führt“, so die gerichtliche Stellungnahme. Er schloss nicht aus, dass im Verlauf des Verfahrens eine Abschiebung des Vaters in Betracht gezogen werden könnte, betonte jedoch, dass dies auf einem geordneten und humaneren Weg geschehen müsse als im aktuellen Fall.
Kritik an der Vorgehensweise von ICE
Kritiker sehen in diesem Vorfall einen weiteren Beweis für die rigorose Vorgehensweise der ICE-Beamten, die Teil der verschärften Migrationspolitik der US-Regierung unter Donald Trump ist. Nach Angaben des Heimatschutzministeriums richtete sich der Einsatz gegen den Vater, der aus Ecuador stammt und sich illegal in den USA aufhalten soll. Ein mit dem Fall vertrauter Anwalt hatte zuvor erklärt, dass die Familie im Dezember 2024 an einem offiziellen Grenzübergang Asyl beantragt hatte. Ein Abschiebebeschluss lag nicht vor.
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