Stehen in Europa bald Flugausfälle aufgrund von Kerosinmangel bevor?
Foto: Clara Margais/dpa
16.04.2026 – 13:05 Uhr
Laut Fatih Birol, dem Direktor der Internationalen Energieagentur (IEA), hat Europa nur noch Kerosin für etwa sechs Wochen zur Verfügung. In einem ausführlichen Interview mit der Nachrichtenagentur Associated Press äußerte er am Donnerstag seine Besorgnis über mögliche Flugausfälle, falls die Öllieferungen infolge des Iran-Kriegs weiterhin unterbrochen bleiben.
Birol beschrieb die gegenwärtige Situation als die „größte Energiekrise, die wir je erlebt haben“. Diese Krise sei durch die Unterbrechung der Lieferungen von Öl, Gas und anderen lebenswichtigen Gütern durch die Straße von Hormus verursacht worden.
„Früher gab es eine Gruppe namens ‚Dire Straits‘. Jetzt ist es eine wirklich gefährliche Straße, und sie wird gravierende Folgen für die Weltwirtschaft haben. Je länger die Situation anhält, desto schlimmer wird es für das Wirtschaftswachstum und die Inflation weltweit sein“, sagte er.
Folgen der Energiekrise
Die Auswirkungen werden sich in Form von „höheren Benzinpreisen, höheren Gaspreisen und höheren Strompreisen“ zeigen, erklärte Birol. Einige Regionen der Welt werden „stärker betroffen sein als andere“. Besonders die asiatischen Länder, die auf Energie aus dem Nahen Osten angewiesen sind, stehen an vorderster Front. Dazu zählen Japan, Korea, Indien, China, Pakistan und Bangladesch.
„Dann wird es Europa und Amerika erreichen“, fügte er in seinem Büro in Paris mit Blick auf den Eiffelturm hinzu. Sollte die Straße von Hormus nicht wieder geöffnet werden, warnte er für Europa: „Ich kann Ihnen schon bald sagen, dass wir aufgrund von Treibstoffmangel möglicherweise einige Flüge zwischen Stadt A und Stadt B ausfallen lassen müssen.“
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Bildquelle: Asurnipal via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)