Die frühere CDU-Vorsitzende und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat den Vorsitz der parteinahen Konrad-Adenauer-Stiftung übernommen. Bei einer Mitgliederversammlung setzte sie sich in einer Kampfabstimmung im ersten Wahlgang gegen den Bundestagsabgeordneten Günter Krings durch, wie ein Sprecher der Stiftung der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.
Nach den vorliegenden Informationen erhielt Kramp-Karrenbauer im ersten Wahlgang 28 Stimmen, während Krings 21 Stimmen erhielt; zudem gab es eine Enthaltung. Sie tritt die Nachfolge von Norbert Lammert an, der lange Zeit Vorsitzender war. Dieses Ergebnis stellt auch eine Niederlage für Bundeskanzler Friedrich Merz dar, der Krings als seinen Kandidaten für den Vorsitz der nordrhein-westfälischen Landesgruppe im Bundestag vorgeschlagen hatte. Diese Gruppe gilt als die größte innerhalb der CDU/CSU-Fraktion.
Erste Kampfabstimmung in der Geschichte der Stiftung
Es war die erste Kampfabstimmung in der 70-jährigen Geschichte der Konrad-Adenauer-Stiftung. Mit Kramp-Karrenbauer hat sich eine deutlich bekanntere Kandidatin durchgesetzt. Die 63-Jährige, die von 2019 bis 2021 Verteidigungsministerin in der schwarz-roten Regierung unter Kanzlerin Angela Merkel war, hatte sich bereits 2018 in einer Kampfabstimmung gegen Merz um den CDU-Vorsitz durchgesetzt und führte die Partei zwei Jahre lang, bis Merz diese Position 2022 übernahm.
Kanzler Merz unterstützt Krings
Im November hatte Merz in einem Brief an Lammert seine Unterstützung für Krings ausgesprochen. Dabei lobte er dessen umfangreiche nationale und internationale Erfahrungen in verschiedenen Bereichen der Politik und Wissenschaft. Günter Krings, der seit 2002 Mitglied des Bundestages ist, bekleidet zudem das Amt des stellvertretenden Fraktionschefs für Innere Angelegenheiten sowie Recht und führt die Landesgruppe Nordrhein-Westfalen in der Unions-Fraktion.
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