Die Parlamentswahl in Ungarn könnte möglicherweise das Ende der Amtszeit des derzeitigen rechtsnationalistischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán einläuten. Eine halbe Stunde vor Schließung der Wahllokale wurde ein neuer Rekord bei der Wahlbeteiligung verzeichnet.
Am Sonntag, um 18:30 Uhr, wurde eine Beteiligungsquote von 77,8 Prozent ermittelt, was einen neuen Rekord darstellt. Der vorherige Höchstwert lag bei 70,5 Prozent und wurde bei der Wahl im Jahr 2002 erreicht.
Umfragen deuten auf Vorteil für Orbáns Herausforderer hin
Die international beachtete Wahl könnte das Ende der 16-jährigen Regierungszeit von Viktor Orbán bedeuten. Der konservative Herausforderer Péter Magyar und seine Partei Tisza lagen in den Umfragen vor dem Urnengang deutlich vor Orbáns Fidesz und den Christdemokraten (KDNP).
Beobachter gehen davon aus, dass die hohe Wahlbeteiligung für Magyar von Vorteil sein könnte. Eine Umfrage, die nach Schließung der Wahllokale veröffentlicht wurde, prognostizierte 55 Prozent für die Tisza-Partei und 38 Prozent für das Fidesz-KDNP-Bündnis. Diese Umfrage wurde in den Tagen vor der Wahl durchgeführt.
Wahlberechtigte und Auszählung der Stimmen
Die Wahllokale schlossen um 19 Uhr, und erste vorläufige Ergebnisse wurden gegen 20 Uhr erwartet. Bei einem knappen Ergebnis könnte die Auszählung jedoch bis zum kommenden Samstag andauern. Insgesamt waren 7,5 Millionen Bürger in Ungarn wahlberechtigt, darunter mehr als 500.000 Auslandswähler.
Politische Ausrichtung der Kandidaten
Während Orbán seit Jahren einen konfrontativen Kurs gegenüber der EU verfolgt und trotz des Ukraine-Kriegs enge Beziehungen zu Russlands Präsidenten Wladimir Putin pflegt, hat Magyar angekündigt, einen pro-westlichen Kurs einzuschlagen. Er möchte Ungarn zu einem verlässlichen Partner innerhalb der NATO und der EU machen.
Die Entwicklungen der Wahl könnten weitreichende Konsequenzen für die politische Landschaft in Ungarn haben.
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