In Schweden plant die Regierung, Handys an Schulen zu verbannen. Diese Regelung soll ab dem neuen Schuljahr in Kraft treten. An vielen Bildungseinrichtungen ist der Handy-Stopp bereits umgesetzt.
Ab dem kommenden Schuljahr sollen Handys in allen Grundschulen des Landes nicht mehr erlaubt sein. Die Grundschule in Schweden umfasst die Klassen bis zur neunten Jahrgangsstufe. Ein entsprechender Gesetzentwurf wurde von der Regierung vorgestellt. „Die Schüler sind verpflichtet, ihre Handys zu Beginn des Schultages abzugeben und erhalten sie am Ende zurück“, erklärte die schwedische Bildungsministerin Simona Mohamsson. Das Verbot wird auch für die Nachmittagsbetreuung an den Schulen gelten und tritt am 1. August in Kraft.
Hintergrund des Verbots
Die Ministerin betonte, dass Handys aus dem Alltag der Schüler nicht mehr wegzudenken seien. Dennoch seien Smartphones und soziale Medien auch Plattformen, auf denen Mobbing und Missbrauch stattfinden können. Mohamsson hofft, dass das Verbot sowohl die Lernbedingungen der Schüler verbessert als auch deren psychische Gesundheit fördert.
Eine Studie der schwedischen Gesundheits- und Medienbehörde aus dem Jahr 2024 ergab, dass Schüler der siebten bis neunten Klasse täglich fast sieben Stunden vor Bildschirmen verbringen, ohne die Schulzeit zu berücksichtigen.
Aktuelle Situation an Schulen
Laut der Nachrichtenagentur TT gilt an bereits vier von fünf schwedischen Schulen ein Handyverbot. Derzeit haben Grundschulrektoren die Möglichkeit, selbst über die Handynutzung zu entscheiden. Bildungsministerin Simona Mohamsson ist jedoch der Meinung, dass dies nicht ausreicht.
In mehreren europäischen Ländern, darunter Frankreich und die Niederlande, sind Handyverbote im Unterricht bereits etabliert. Italien hat die Nutzung von Smartphones auch in höheren Klassen untersagt. Zudem hat Bundeskanzler Friedrich Merz ein Verbot von Handys an Grundschulen befürwortet, wie er im vergangenen Oktober in einer ARD-Sendung äußerte.
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