„Wir müssen wieder zusammenhalten und einander helfen“, erklärte Karl-Heinz Banse, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbands (DFV), während einer Rede. Angesichts der jüngsten Naturkatastrophen und des Krieges in der Ukraine verzeichneten die Feuerwehren in Deutschland einen Anstieg der Mitgliederzahlen. Banse teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, dass bundesweit mehr als eine Million Einsatzkräfte in freiwilligen Feuerwehren aktiv sind, während über 39.000 Personen bei Berufsfeuerwehren beschäftigt sind.
„Wir bemerken, dass immer mehr Jugendliche und Erwachsene bereit sind, sich bei der Feuerwehr zu engagieren“, so Banse. Er weist darauf hin, dass der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine viele Menschen dazu veranlasste, die Realität außerhalb einer „Komfortgesellschaft“ anzuerkennen.
Die Rolle der Freiwilligen Feuerwehren
Die Feuerwehrverbände warnen vor den möglichen Konsequenzen eines Rückgangs der Freiwilligen. Banse erläuterte, dass die Feuerwehren dringend auf Freiwillige angewiesen sind. „Sollten die freiwilligen Feuerwehren wegfallen, wären wir gezwungen, hauptamtliche Feuerwehren einzuführen, was nicht flächendeckend umsetzbar wäre“, gab der Verbandschef zu bedenken. Derzeit existiert nahezu in jedem Dorf eine Feuerwehr, die innerhalb einer vorgeschriebenen Zeitspanne am Einsatzort sein muss.
Banse betonte, dass ein Übergang zu rein hauptamtlichen Feuerwehren in ländlichen Regionen zu einem signifikanten Anstieg der Reaktionszeiten führen könnte. „Es ist möglich, dass es dann nur zwei oder drei Standorte in einem Landkreis gibt, was bedeutet, dass die Einsatzkräfte deutlich länger brauchen würden, um vor Ort zu sein“, warnte er und skizzierte die Risiken für Personen in Notlagen.
Ehrenamtliche Tätigkeiten fördern
Vor diesem Hintergrund appelliert der Verband zur Stärkung des Ehrenamts. Banse verwies auf bereits eingeleitete Verbesserungen, wie beispielsweise die Einführung von Aufwandsentschädigungen. Er schlägt vor: „Man könnte beispielsweise überlegen, Feuerwehrleuten eine kostenlose Bahnfahrt zu ermöglichen, wenn sie in Uniform reisen.“ Zudem könnten Einsatzkräfte bei der Vergabe von Grundstücken oder Wohnungen in der Nähe von Feuerwehrhäusern bevorzugt werden.
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