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Grönland: Trump will Lazarettschiff schicken

Präsident Trump kündigt an, das Lazarettschiff „USNS Comfort“ nach Grönland zu entsenden, um medizinische Versorgung zu gewährleisten. Dänemark ist über diese Pläne jedoch nicht informiert und es bestehen Fragen zur tatsächlichen Notwendigkeit.

Grönland: Trump will Lazarettschiff schicken

Das Lazarettschiff „USNS Comfort“ der U.S. Navy hat Manhattan verlassen. Berichten zufolge plant der US-Präsident, das Schiff nach Grönland zu entsenden. (Archivbild)

US-Präsident kündigt Einsatz an

Washington

23.02.2026 / 06:47

In der Regel werden die schwimmenden Krankenhäuser des US-Militärs nach großen Naturkatastrophen eingesetzt. Nun hat Trump jedoch einen Einsatz in Grönland angekündigt – obwohl die Insel zu Dänemark gehört.

Präsident Donald Trump gab bekannt, dass die USA ein Lazarettschiff nach Grönland schicken wollen, was möglicherweise zu neuen Spannungen mit dem NATO-Partner Dänemark führen könnte. Er erklärte in einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social, dass das Schiff zur medizinischen Versorgung von Patienten auf der Arktisinsel beitragen solle, die dort keine Hilfe erhalten. „Es ist auf dem Weg!!!“ betonte er und bezeichnete das Schiff als „toll“, ohne jedoch weitere Details zu nennen.

Dänemark nicht informiert

Die wiederholten Drohungen Trumps, die strategisch wichtige Insel notfalls auch mit Gewalt zu annektieren, haben in den letzten Wochen zu Spannungen zwischen Europa und den USA geführt.

Der dänische Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen äußerte gegenüber dem Fernsehsender DR, dass Dänemark nicht über Trumps Pläne informiert worden sei. Er versicherte, dass Grönland die notwendige medizinische Versorgung von Dänemark erhalte.

Kapazität und Einsatzbereitschaft der Lazarettschiffe

Die US-Marine betreibt zwei große Lazarettschiffe. Diese schwimmenden Krankenhäuser wurden in der Vergangenheit nach Naturkatastrophen wie schweren Erdbeben oder verheerenden Hurrikans zur Unterstützung in betroffene Gebiete entsandt. Während der Hochphase der Corona-Pandemie kamen sie auch in US-Häfen zum Einsatz. Laut Angaben der Marine verfügen die Lazarettschiffe über eine Kapazität von jeweils rund 1.000 Krankenhausbetten, darunter 80 Betten auf der Intensivstation. Trump illustrierte seinen Beitrag mit einem Bild eines Schiffes, auf dem der Name eines der beiden Marine-Lazarettschiffe, USNS Mercy, zu sehen war.

Unklarheiten zur Einsatzfähigkeit

Es bleibt jedoch unklar, inwieweit und wie schnell die beiden Schiffe einsatzbereit sind. Ende Januar hatte eine Werft in Mobile, Alabama, bekannt gegeben, dass die USNS Comfort dort eingetroffen sei, sodass beide Lazarettschiffe sich in der Werft befinden. Für die Comfort waren laut früheren Angaben des Pentagons Arbeiten bis Ende April geplant.

Das Schiffsverkehrs-Portal „Vesselfinder“ verortete beide Schiffe zuletzt weiterhin in Mobile, wobei nur für die USNS Mercy am Sonntagvormittag deutscher Zeit aktuelle Daten vorlagen. Für die USNS Comfort stammten die letzten Informationen von Anfang des Monats.

Zusätzlich ist zu beachten, dass Trump angibt, das Schiff sei bereits unterwegs, jedoch dauert es in der Regel einige Zeit, ein Lazarettschiff mit voller Personalstärke auszustatten. Im Normalbetrieb, wenn die Schiffe vor Anker liegen, ist nur eine minimale Besatzung an Bord.

Medizinischer Bedarf in Grönland fraglich

Grönland hat eine Bevölkerung von nur knapp 57.000 Menschen. Aktuell gibt es keine Berichte über einen signifikanten medizinischen Bedarf, der den Einsatz eines Lazarettschiffs erforderlich machen würde.

In Grönland sind neben öffentlichen Gesundheitseinrichtungen das Krankenhaus Königin Ingrid in der Hauptstadt Nuuk für kompliziertere Fälle zuständig. In bestimmten Fällen werden Patienten für aufwendigere Eingriffe auch nach Dänemark ausgeflogen.

Vorfall mit US-U-Boot

Am Samstagnachmittag musste in grönländischen Hoheitsgewässern ein Besatzungsmitglied eines US-U-Boots aufgrund eines medizinischen Notfalls evakuiert werden, wie das dänische Arktiskommando auf Facebook mitteilte. Ein dänischer Militärhubschrauber brachte die Person in ein Krankenhaus in Nuuk. Ob ein Zusammenhang zwischen Trumps Ankündigung und diesem Vorfall besteht, ist derzeit unklar.

Dänische Reaktion auf Trumps Ankündigung

Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen reagierte auf Trumps jüngste Äußerung mit einem subtilen Seitenhieb gegen die USA, ohne Trump oder sein Land direkt zu erwähnen. Sie äußerte sich erfreut darüber, „in einem Land zu leben, in dem alle Menschen freien und gleichberechtigten Zugang zu Gesundheitsversorgung haben“ und wo nicht „Versicherungen und Vermögen darüber entscheiden, ob man eine angemessene Behandlung erhält“, schrieb Frederiksen auf Instagram. In Grönland wird ein ähnlicher Ansatz verfolgt.

Internationale Unterstützung für Dänemark

Europäische Länder wie Deutschland, Großbritannien und Frankreich haben sich im Konflikt mit den USA hinter Dänemark und Grönland gestellt. Die Regierungen in Kopenhagen und Nuuk lehnen eine Annexion durch die Vereinigten Staaten entschieden ab. Inzwischen haben sie Gespräche mit Trumps Regierung aufgenommen, um einen Kompromiss zu finden.

Bildquelle: Chris Bahr auf Unsplash

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