„Wir müssen die Diskussion über Demokratie und Mitbestimmung ernsthaft führen“, sagte Mirco Wolf Wiegert, Mitgründer von Kola, während des „Kommunity Forums“ Ende Juni. Die Veranstaltung fand als Reaktion auf einen massiven Shitstorm statt, der das Unternehmen Anfang des Jahres erfasste, nachdem bekannt wurde, dass Kola die CDU mit einer Spende von 25.000 Euro unterstützt hatte.
Shitstorm und seine Folgen
Der Shitstorm, der die Marke Kola als haltungsbewusst wahrgenommen hat, führte zu einer massiven Kritik aus der Hamburger Community. Wiegert erklärte, dass die heftige Reaktion das Unternehmen eine Woche lang „lahmgelegt“ habe und ihn persönlich stark belastet habe. „Mit dieser Wucht habe ich nicht gerechnet“, so Wiegert.
Die Spende an die CDU wurde von Wiegert damit begründet, dass man alle demokratischen Parteien im Kampf gegen die AfD unterstützen wolle. Er betonte, dass die CDU die besten Chancen auf eine Regierungsbeteiligung gehabt habe und dass die Unterstützung des Parteitags dazu diente, ehrenamtlichen Lokalpolitikern angemessene Getränke bereitzustellen.
Das „Kommunity Forum“ als Schadensbegrenzung
Das „Kommunity Forum“ sollte dazu dienen, das angekratzte Image von Kola zu reparieren. Mit Gästen wie Oke Göttlich vom FC St. Pauli und der Influencerin Nina Poppel wurde eine Plattform geschaffen, um über Demokratie zu diskutieren. Doch die Veranstaltung brachte auch neue Herausforderungen mit sich.
Wiegert musste sich nicht nur mit der Kritik an der Parteispende auseinandersetzen, sondern auch mit Fragen zur Mitbestimmung im Unternehmen. Sophie Oppermann von „Gesicht zeigen“ stellte die Frage, ob Kola einen Betriebsrat habe, was im Publikum für Aufregung sorgte. Wiegert antwortete, dass eine Betriebsratsgründung von den Mitarbeitern ausgehen müsse und bisher keine Initiative dafür gegeben habe.
Kritik an der Unternehmenskultur
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) äußerte sich ebenfalls kritisch zu Kola. Anne Widder, Geschäftsführerin für Hamburg-Elmshorn, betonte, dass eine moderne, werteorientierte Marke auch die demokratische Beteiligung im eigenen Betrieb fördern müsse. Die NGG bot Unterstützung bei der Gründung eines Betriebsrats an.
Wiegert wies die Kritik zurück und verwies auf andere Formen der Mitarbeiterbeteiligung, wie anonymes Feedback und Umfragen. Dennoch bleibt die Frage, wie demokratisch die Unternehmenskultur bei Kola tatsächlich ist.
Unzufriedenheit bei den Mitarbeitern
Ein weiteres Problem ist die Unzufriedenheit der Mitarbeiter mit den Gehältern. Auf der Arbeitgeberplattform Kununu erreicht Kola zwar eine Gesamtbewertung von 4,4 Sternen und eine Weiterempfehlungsquote von 83 Prozent, jedoch fallen die Bewertungen in der Kategorie Gehalt deutlich schlechter aus. Mehrere Nutzer äußerten, dass die Bezahlung nicht der Verantwortung gerecht werde.
Fazit und Ausblick
Die Diskussion im „Kommunity Forum“ zeigt, dass Kola vor der Herausforderung steht, sein Image zu reparieren und gleichzeitig die interne Unternehmenskultur zu verbessern. Wiegert zog das Fazit, dass Nutzer großzügiger gegenüber den Entscheidungen von Unternehmen sein sollten. Die Fragen zur Parteispende und zur demokratischen Mitbestimmung werden jedoch weiterhin im Raum stehen.
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Quellen: mopo, Der Spiegel, Focus
Bildquelle: KI generiert