Nachrichten aus Hamburg und der Region

Aktuelles Echo
Live-Ticker: Ostsee-Drama: Buckelwal in der Wismar-Bucht Live-Ticker: Ostsee-Drama: Buckelwal in der Wismar-Bucht Vor 8 Minuten Kerosinversorgung in Europa: Drohende Engpässe und ihre Auswirkungen auf Flugreisen Kerosinversorgung in Europa: Drohende Engpässe und ihre Auswirkungen auf Flugreisen Vor 30 Minuten Drei Menschen sterben bei tragischem Vorfall in hessischer Lederfabrik Drei Menschen sterben bei tragischem Vorfall in hessischer Lederfabrik Vor 33 Minuten Kerosin-Preis explodiert: Lufthansa legt ganze Airline still! Kerosin-Preis explodiert: Lufthansa legt ganze Airline still! Vor 2 Stunden Live-Ticker: Angriff auf den Iran im Liveticker Live-Ticker: Angriff auf den Iran im Liveticker Vor 3 Stunden Abou-Chaker-Clan muss Bushido Millionen-Summe zahlen Abou-Chaker-Clan muss Bushido Millionen-Summe zahlen Vor 4 Stunden Tödlicher Amoklauf an türkischer Schule: Ermittlungen zu Hintergründen des Täters laufen Tödlicher Amoklauf an türkischer Schule: Ermittlungen zu Hintergründen des Täters laufen Vor 5 Stunden Polizei sucht Zeugen nach schwerem Unfall mit 13-jährigem Fußgänger in Hamburg-Stellingen Polizei sucht Zeugen nach schwerem Unfall mit 13-jährigem Fußgänger in Hamburg-Stellingen Vor 5 Stunden Halbe Milliarde Maikäfer bei Massenflug erwartet Halbe Milliarde Maikäfer bei Massenflug erwartet Vor 5 Stunden AfD-Abgeordnete machten ihre Bundestagsreden zu Geld AfD-Abgeordnete machten ihre Bundestagsreden zu Geld Vor 6 Stunden

Frauen verdienen immer noch weniger als Männer

Frauen verdienen in Deutschland im Schnitt 16 Prozent weniger als Männer. Trotz leichter Verbesserungen bleibt die Lohnlücke problematisch, insbesondere durch Teilzeitarbeit und niedrigere Gehälter in frauendominierenden Berufen.

Frauen verdienen immer noch weniger als Männer

In Deutschland verdienen Frauen nach wie vor weniger als Männer. Die Frage, ob die Arbeitsmarktreformen der Regierung zur Wochenarbeitszeit die Situation für Frauen weiter verschärfen könnten, steht im Raum.

Historisch gesehen war es für Frauen im Westen Deutschlands wahrscheinlicher, keine Erwerbstätigkeit auszuüben, als ein eigenes Einkommen zu erzielen. Selbst wenn Frauen erwerbstätig waren, flossen im statistischen Vergleich oft deutlich weniger Euro auf ihr Konto als bei ihren männlichen Kollegen. Ist diese Ungleichheit auch heute noch präsent? Anlässlich des Equal Pay Days, einem internationalen Aktionstag zur Entgeltgleichheit zwischen den Geschlechtern, wird die aktuelle Situation beleuchtet und mögliche Lösungsansätze diskutiert.

Lohnunterschied von 16 Prozent

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) machte auf die Zahl 16 aufmerksam, die die Lohnlücke pro Arbeitsstunde zwischen Frauen und Männern beschreibt, wie sie vom Statistischen Bundesamt ermittelt wurde. Dies bedeutet konkret, dass Frauen im vergangenen Jahr im Durchschnitt 22,81 Euro pro Stunde verdienten, was 4,24 Euro weniger ist als der Verdienst der Männer.

Die Statistiker sprechen hierbei vom „unbereinigten Gender Pay Gap“, der den durchschnittlichen prozentualen Verdienstunterschied zwischen den Geschlechtern darstellt, ohne strukturelle Faktoren wie Qualifikation, Beruf oder Beschäftigungsumfang zu berücksichtigen.

Im vergangenen Jahr gab es eine positive Entwicklung: Die Lücke verringerte sich erstmals innerhalb eines Jahres um 2 Prozentpunkte. Die Löhne der Frauen stiegen schneller als die der Männer. Zuvor waren die Unterschiede über Jahrzehnte hinweg erheblich. Strukturelle Unterschiede und veraltete Rollenbilder bauten sich nur langsam ab. Bis in die 1980er Jahre lag die Erwerbstätigenquote der Frauen in Westdeutschland unter 50 Prozent, während in der DDR Frauen deutlich häufiger beschäftigt waren.

Geringere Löhne in schlecht bezahlten Branchen

Ein wesentlicher Grund für das niedrigere Lohnniveau bei Frauen ist, dass sie häufiger in schlecht bezahlten Berufen tätig sind. Laut dem Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) erzielte jede fünfte vollzeitbeschäftigte Frau weniger als zwei Drittel des mittleren Entgelts, während dies nur auf jeden achten vollzeitbeschäftigten Mann zutraf. Zwischen 2014 und 2023 ging der Anteil der vollzeitbeschäftigten Frauen mit solch geringen Löhnen jedoch stärker zurück als bei Männern. Dennoch sind Frauen laut den Forschern häufiger von niedrigen Löhnen betroffen, selbst wenn nur Vollzeitbeschäftigte betrachtet werden.

Arbeitszeit als Hauptfaktor

Der durchschnittliche Abstand in der Arbeitszeit zwischen Frauen und Männern beträgt laut WSI 7,5 Stunden pro Woche. Diese Arbeitszeitlücke hat sich in den letzten 15 Jahren leicht verringert, was jedoch hauptsächlich auf einen langsamen Rückgang der Arbeitszeiten bei Männern zurückzuführen ist. Frauen arbeiten nach wie vor deutlich häufiger in Teilzeit, was bei fast jeder zweiten erwerbstätigen Frau der Fall ist.

Frauen mit Kindern arbeiten 1,7-mal häufiger in Teilzeit als Frauen ohne Kinder. Bei Männern ist es hingegen so, dass Väter seltener in Teilzeit arbeiten als Männer ohne Kinder. Frauen entscheiden sich oft aus familiären Gründen für Teilzeitarbeit, während Männer dies häufig tun, weil sie keine Vollzeitstelle finden oder eine Fortbildung absolvieren.

Diskriminierung als Faktor

Das Statistische Bundesamt führt etwa 60 Prozent der Lohnlücke auf die höheren Teilzeitquoten bei Frauen und die geringeren Gehälter in typischen Frauenberufen zurück. Für rund 6 Prozent des Unterschieds im Brutto-Stundenlohn, also durchschnittlich 1,71 Euro, gibt es keine eindeutige Erklärung. Möglicherweise spielen nicht erfasste Schwangerschaften oder Diskriminierung aufgrund des Geschlechts eine Rolle.

Diese Unterschiede führen dazu, dass Frauen seltener in der Lage sind, ihren Lebensunterhalt überwiegend aus eigenem Erwerbseinkommen zu bestreiten. Besonders häufig ist dies bei Frauen in Partnerschaften der Fall. Nur knapp jede zweite Frau mit einem regulären Job kann ihre Existenz langfristig aus eigenem Einkommen sichern. Die Einkommenslücke hat oft zur Folge, dass Frauen später geringere Renten erhalten.

Maßnahmen zur Verbesserung der Situation

Was könnte also zur Verbesserung der Lage beitragen? Die Gewerkschaften fordern anlässlich des Equal Pay Days „mehr Kita-Plätze, familienfreundliche Arbeitszeiten und gleichen Lohn für gleiche Arbeit“, wie DGB-Chefin Yasmin Fahimi betont. Christiane Benner, Chefin der IG Metall, sieht strukturelle Probleme als Ursache für die Entgeltlücke. „Viele Frauen arbeiten unfreiwillig in Teilzeit und haben dadurch schlechtere Chancen auf Weiterbildung und Aufstieg.“ Neben der Schaffung zusätzlicher Kita-Plätze fordert Benner auch verlässliche Pflegestrukturen. Frauen tragen oft nicht nur die Hauptverantwortung für die Erziehung der Kinder, sondern auch für die Pflege älterer Angehöriger.

Warnung vor Arbeitszeitgesetzänderungen

In diesem Jahr richtet der DGB zudem eine eindringliche Warnung zum Equal Pay Day aus. An einem symbolträchtigen Ort, dem Brandenburger Tor, äußert Fahimi: „Hände weg vom Arbeitszeitgesetz!“ Sie bezieht sich auf die Koalitionspläne, die tägliche Höchstarbeitszeit durch eine wöchentliche Regelung zu ersetzen. Aus Fahimis Sicht würde ein „Ende des Acht-Stunden-Tags“ insbesondere Frauen benachteiligen, da unvorhersehbare Arbeitszeiten die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erheblich erschweren würden.

Für weitere Informationen zur Arbeitslosenentwicklung und deren Auswirkungen auf die Löhne und Beschäftigungssituation von Frauen, lohnt sich ein Blick auf die entsprechenden Statistiken.

„`

Bildquelle: Helena Lopes auf Pexels

Artikel teilen: