Die britische Medienaufsichtsbehörde Ofcom hat eine formelle Untersuchung gegen die Online-Plattform X, betrieben von Elon Musk, eingeleitet. Hintergrund sind von der KI Grok generierte Bilder, die als sexualisiert eingestuft werden. Laut Ofcom gibt es „zutiefst beunruhigende Berichte“, welche die Anwendung dieser Technologie zur Erstellung und Verbreitung sexualisierter Inhalte, auch im Hinblick auf Kinder, kritisch beleuchten. Dies könnte als Missbrauch interpretiert werden.
Diskussion über ein mögliches Verbot
Vor dem Hintergrund dieser Problematik wird innerhalb der britischen Regierung diskutiert, ob ein Verbot von X in Betracht gezogen werden sollte. Der britische Premierminister Keir Starmer bezeichnete die Vorfälle als „widerlich“ und mehrere Minister haben ihre Unterstützung für ein Verbot signalisiert, sollten die Ergebnisse der Untersuchung dies erforderlich machen.
Ofcom hatte X um eine dringende Stellungnahme gebeten, auf die das Unternehmen innerhalb der gesetzten Frist reagierte. Die Behörde prüft nun das Material, um festzustellen, ob Verstöße gegen den britischen Online Safety Act vorliegen.
Potenzielle Geldstrafen und Sperrung
Bei einer Feststellung eines Verstoßes könnte die Plattform mit erheblichen finanziellen Konsequenzen konfrontiert werden. Ofcom könnte eine Geldstrafe verhängen, die bis zu 10 Prozent des weltweiten Umsatzes von X oder 18 Millionen Pfund (mehr als 20 Millionen Euro) betragen könnte, je nachdem, welcher Betrag höher ist. Im extremen Fall könnte die Behörde sogar eine gerichtlich angeordnete teilweise oder vollständige Sperrung der Plattform anstreben.
Bereits am vergangenen Wochenende hatten Indonesien und Malaysia als erste Länder weltweit den Zugang zu dem Chatbot temporär gesperrt, um Frauen, Kindern und der breiten Öffentlichkeit vor der Verbreitung gefälschter pornografischer Inhalte zu schützen.
Musk reagiert auf die Vorwürfe
Elon Musk äußerte sich über X kritisch gegenüber der britischen Regierung und warf ihr Zensur vor, indem er sie als „faschistisch“ bezeichnete. Die Entscheidung, den Zugang zu KI-generierten Bildern nur zahlenden Nutzern zugänglich zu machen, wurde von den Behörden als unzureichend bewertet. Die Downing Street charakterisierte dies als „eine Beleidigung für die Opfer von Frauenfeindlichkeit und sexueller Gewalt“.
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