Politik
Chinesischer Tanker trotzt US-Blockade und durchquert die Straße von Hormus
14.04.2026, 08:53 Uhr
Seit Montagnachmittag blockieren die USA die Straße von Hormus, wobei mehr als 15 US-Kriegsschiffe an dieser Maßnahme beteiligt sind. Dennoch scheint dies nicht alle Tanker abzuschrecken.
Ein von den USA sanktionierter chinesischer Tanker hat laut Schiffsdaten die Straße von Hormus trotz der US-Blockade erfolgreich durchquert. Nach Angaben der Anbieter LSEG, MarineTraffic und Kpler ist dies das erste Schiff, das seit Beginn der Blockade am Montag aus dem Persischen Golf auslaufen konnte.
Der Tanker, der eine mittlere Größe aufweist, transportiert etwa 250.000 Barrel Methanol, die er im Hafen von Hamrija in den Vereinigten Arabischen Emiraten geladen hat. Sowohl das Schiff als auch die Eignergesellschaft Shanghai Xuanrun Shipping stehen auf der US-Sanktionsliste, da sie Geschäfte mit dem Iran tätigen. Ein weiterer Tanker, der ebenfalls von den USA sanktioniert wurde, steuert laut LSEG-Daten ebenfalls die Meerenge an. Dieser leere Tanker plant, im Irak Heizöl zu laden und hat zuvor bereits russisches und iranisches Öl transportiert.
US-Blockade und ihre Auswirkungen
Die USA haben seit Montagnachmittag MESZ den gesamten Schiffsverkehr zu und von iranischen Häfen in der Straße von Hormus blockiert und verweigern auch Schiffen die Durchfahrt, die die von Teheran geforderten Transitgebühren zahlen. Mehr als 15 US-Kriegsschiffe sind an dieser Blockade beteiligt, wie ein hochrangiger Regierungsvertreter in Washington mitteilte. Präsident Trump hatte diese Maßnahme nach dem Scheitern der direkten Verhandlungen mit dem Iran am Wochenende in Pakistan angekündigt und als Grund die Weigerung Teherans genannt, Zugeständnisse beim iranischen Atomprogramm zu machen.
Der iranische Botschafter bezeichnete die US-Blockade als „schwere Verletzung“ der „Souveränität und territorialen Integrität“ des Iran. In einem Brief an UN-Generalsekretär António Guterres erklärte Irans UN-Botschafter Amir Saeid Iravani, dass die „rechtswidrige“ Blockade auch eine schwerwiegende Verletzung der grundlegenden Prinzipien des internationalen Seerechts darstelle.
Reaktionen auf die Blockade
Iravani betonte weiter, dass die US-Teilblockade eine ernsthafte Bedrohung für den Weltfrieden und die internationale Sicherheit darstelle und das Eskalationsrisiko in einer bereits instabilen Region erhöhe. In einem weiteren Schreiben forderte er die Länder der Region, die US-Militärstützpunkte beherbergen, auf, ihre völkerrechtswidrigen Handlungen zu beenden. Bahrain, Saudi-Arabien, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und Jordanien sollten „Entschädigung für alle materiellen und moralischen Schäden leisten“, so der iranische Botschafter.
Guterres hatte am Montag alle Parteien im Iran-Konflikt dazu aufgerufen, die freie Schifffahrt durch die Straße von Hormus zu gewährleisten. Im Einklang mit dem Völkerrecht müsse die Freiheit der Schifffahrt auch in dieser strategisch wichtigen Wasserstraße respektiert werden.
Kontext der Situation
Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar ist die Straße von Hormus, durch die etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, de facto durch das iranische Militär gesperrt. Zudem hat der Iran Ölanlagen in mehreren Ländern der Golfregion sowie Öltanker angegriffen. Diese Entwicklungen haben weltweit zu einem Anstieg der Öl- und Gaspreise geführt.
Quelle: ntv.de, ghö/rts/AFP
- USA
- Iran
- Straße von Hormus
- Schifffahrt
Bildquelle: depositphotos