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50.000 beheizte Weichen für die Bahn: Warum der Verkehr trotzdem stockt

In den letzten Wochen haben extreme Wetterbedingungen, darunter Sturm „Elli“, auch in Norddeutschland für erhebliche Probleme im Bahnverkehr gesorgt. Fahrgäste mussten mit zahlreichen Verspätungen und…

50.000 beheizte Weichen für die Bahn: Warum der Verkehr trotzdem stockt

In den letzten Wochen haben extreme Wetterbedingungen, darunter Sturm „Elli“, auch in Norddeutschland für erhebliche Probleme im Bahnverkehr gesorgt. Fahrgäste mussten mit zahlreichen Verspätungen und Ausfällen rechnen, während die Bahn in der betroffenen Region den Fernverkehr zeitweise vollständig einstellte. Am Hamburger Hauptbahnhof waren zahlreiche Reisende von diesen Störungen betroffen.

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Die Deutsche Bahn betont, dass sie technisch gut auf extreme Wetterlagen vorbereitet sei. Laut Angaben des Unternehmens sind in der Region 7.800 von 9.230 Weichen beheizt. Bundesweit beträgt diese Zahl sogar 50.000 beheizte Weichen von insgesamt 70.000, was knapp drei Viertel aller Anlagen ausmacht.

Wetterbedingte Herausforderungen

Trotz dieser technischen Vorkehrungen gibt es Kritik. Fachleute und der Fahrgastverband Pro Bahn äußern Bedenken, dass die Bahn nicht ausreichend auf solche Wetterbedingungen vorbereitet ist. Sie berichten, dass die Anzahl der Räumfahrzeuge im Vergleich zu früher gesenkt wurde und die Bahn nicht über genügend Personal verfügt, um festgefrorene Weichen effektiv zu räumen.

Die Bahn selbst behauptet, dass die eingesetzte Räumtechnik ausreichend sei und dass mit speziellen Schneepfluglokomotiven auch nachts gearbeitet werde, um die Strecken freizuhalten. Dennoch müssen manuell geräumte Weichen immer wieder von den Mitarbeitern vor Ort freigeschaufelt werden.

Politische Aspekte der Problematik

Ein weiterer Faktor ist die Bahnstrategie des Bundesverkehrsministeriums, die in der aktuellen Form keine Berücksichtigung für extreme Wetterlagen enthält. Stattdessen wird die Pünktlichkeit als zentrales Qualitätskriterium hervorgehoben, was laut Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, ein falsches Signal setzt. Ausfälle gehen nicht in die Pünktlichkeitsstatistik ein, was dazu führt, dass Züge lieber ausfallen, als verspätet zu fahren.

Der Minister hat kürzlich die Probleme während des Wintersturms anerkannt und gefordert, die Abläufe der Bahn zu analysieren und zu verbessern. Er betonte jedoch auch, dass in solchen extremen Situationen kein regulärer Betrieb möglich sei.

Vergleich mit anderen Ländern

Im Gegensatz zu Deutschland zeigen andere Länder, wie die skandinavischen Staaten oder die Schweiz, dass es auch bei winterlichen Bedingungen funktionieren kann. Diese Länder weisen eine bessere Ausstattung und flexiblere Ressourcen auf, um den Bahnverkehr aufrechtzuerhalten, was in Deutschland aufgrund der größeren Betroffenheit von Extremwetterlagen nicht immer möglich ist.

Die Bahn fordert Verständnis für die Herausforderungen und hebt hervor, dass das in Norddeutschland betroffene Schienennetz von 3.000 Kilometern eine Dimension hat, die mit anderen europäischen Ländern nicht direkt vergleichbar ist.

Bildquelle: Bildquelle: Wolfgang Weiser auf Unsplash

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