„Es ist wie Krieg“, schildern Augenzeugen die Situation auf den Straßen von Maschhad, einer der größten Städte im Iran.
Teheran, 9.01.2026 / 14:17
Die Proteste im Iran haben sich in den letzten Tagen dramatisch zugespitzt. Augenzeugen berichten von Tränengas, brennenden Fahrzeugen und einem weitreichenden Internet-Blackout. Die landesweiten Demonstrationen erreichen einen kritischen Punkt, insbesondere in der Hauptstadt Teheran, wo Menschenmassen auf den Straßen versammelt sind und mit Sicherheitskräften konfrontiert werden.
Proteste weiten sich aus
Die Unruhen, die vor mehr als einer Woche begannen, haben sich mittlerweile auch auf andere Großstädte ausgeweitet. In mehreren Metropolen, darunter auch Maschhad, berichten Einwohner von massiven Protesten. Videos aus sozialen Medien zeigen die verheerenden Szenen, in denen Sicherheitskräfte mit Tränengas gegen vermummte Demonstranten vorgehen und Fahrzeuge der Sicherheitskräfte in Brand gesteckt werden.
Die Behörden haben umfassende Maßnahmen ergriffen, darunter die vollständige Abschaltung des Internets. Laut Netblocks, einer Organisation, die sich mit Netzsperren beschäftigt, wurde der Internetzugang für die Bevölkerung stark eingeschränkt, während ein kleiner Teil der Sicherheitskräfte weiterhin Zugriff zu haben scheint. Dies führte zu einem dramatischen Rückgang des Internetsverkehrs um 100 Prozent, wie Daten von Cloudflare bestätigen.
Repression und Gewalt
Bereits zuvor hatte die iranische Regierung bei ähnlichen Protesten vor sechs Jahren eine nahezu einwöchige Internetsperre verhängt, die von weitreichenden Gewalttaten begleitet war, bei denen laut Menschenrechtsorganisationen Hunderttausende demonstrierende Menschen zu Tode kamen.
Aktuellen Berichten zufolge haben bereits 45 Demonstranten ihr Leben verloren, was eine besorgniserregende Bilanz darstellt. Der Direktor von Iran Human Rights, Mahmood Amiry-Moghaddam, betonte, dass die Gewalt durch die Sicherheitskräfte zunehmend eskaliere.
Internationale Reaktionen
US-Präsident Donald Trump äußerte sich ebenfalls zu den Vorfällen und drohte der iranischen Staatsführung mit harten Konsequenzen, sollte es zu weiteren Gewalttaten kommen. Er bezeichnete die iranischen Bürger als „mutige Menschen“ und betonte die Notwendigkeit, die Entwicklungen im Land genau zu beobachten.
Die anhaltenden Proteste sind ein Ergebnis einer schweren Wirtschaftskrise und einer plötzlichen Abwertung der nationalen Währung Rial, die viele Bürger zur Verzweiflung treibt. Die Situation bleibt angespannt, und weitere Demonstrationen sind nicht ausgeschlossen.
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