Die hohen Kraftstoffpreise in Deutschland scheinen Tankdiebstähle begünstigen zu können, was die Betreiber von Tankstellen zunehmend besorgt. Laut dem Tankstellen-Interessenverband Deutschland ist ein deutlicher Anstieg dieser Delikte zu verzeichnen, insbesondere unter jüngeren sowie älteren Autofahrern. Um sich vor finanziellen Einbußen zu schützen, implementieren einige Betreiber Maßnahmen, wie die nächtliche Sperrung von Zapfsäulen.
Herbert Rabl, der Pressesprecher des Verbands, betont die Verbindung zwischen den gestiegenen Preisen und der Kriminalitätsbereitschaft. „Die Hemmschwelle zum Stehlen sinkt, wenn die Preise 2,40 Euro pro Liter erreichen“, erläutert er. Viele Autofahrer tanken voll und fahren dann einfach davon, trotz des hohen Risikos, entdeckt zu werden, da praktisch jede Tankstelle durch Kameras überwacht wird.
Um ihre Identität zu schützen, nutzen die Täter häufig gestohlene oder manipulierte Kennzeichen. Diese Versuche werden jedoch in der Regel schnell aufgedeckt. Die Polizei wird alarmiert, und Videoaufnahmen können entscheidende Hinweise auf die Verdächtigen liefern. Rabl weist auch darauf hin, dass es Fälle gibt, in denen Menschen schlichtweg vergessen zu bezahlen, was manchmal zu polizeilichen Nachfragen führt.
Häufung in Schleswig-Holstein
In Schleswig-Holstein treten Tankdiebstähle besonders häufig auf. An einer Tankstelle in Kiel wurde sogar berichtet, dass selbst geringe Beträge von 2,50 Euro gestohlen werden. Der stellvertretende Betreiber der Tankstelle bestätigt, dass dort alle ein bis zwei Tage Diebstähle vorkommen. Auch größere Beträge, bis zu 150 Euro, werden nicht selten nicht beglichen.
Gegenmaßnahmen der Tankstellenbetreiber
Um dem Anstieg der Diebstähle entgegenzuwirken, führen einige Tankstellenbetreiber die nächtliche Sperrung von Zapfsäulen ein. Erste Erfolge dieser Maßnahmen zeigen sich bereits, da ein spürbarer Rückgang der Diebstähle festgestellt wurde. Der Betreiber „Westfalen“ hat in den letzten Wochen einen leichten Anstieg von Diebstählen registriert, während andere Betreiber wie „Q1“ nur von einzelnen Vorfällen berichten.
Preisentwicklung und politische Maßnahmen
Der aktuelle Preis für einen Liter Super E10 liegt bei 2,35 Euro, während Diesel bei 2,51 Euro kostet. Im Vergleich dazu waren die Preise vor einem Jahr deutlich niedriger, mit 1,65 Euro für E10 und 1,56 Euro für Diesel. Um diese Situation zu verbessern, plant die Regierung, die Energiesteuer auf Kraftstoffe zu senken. Unklar bleibt jedoch, inwieweit die Ölkonzerne diese Einsparungen an die Verbraucher weitergeben werden.
Quellen: Bild, RTL
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