Im Frühherbst sind Stinkwanzen wieder häufig in deutschen Haushalten zu beobachten. Diese Insekten krabbeln an Wänden entlang, setzen sich gerne auf Fensterrahmen und finden häufig ihren Weg ins Wohnzimmer, auf der Suche nach einem trockenen und geschützten Platz für den Winter.
Die kleinen Tiere ziehen es vor, sich in Ritzen und Spalten von Gebäuden oder unter Baumrinde zu verstecken. In Deutschland sind etwa 900 verschiedene Wanzenarten bekannt. Nach warmen Sommern kommt es oft zu einer starken Zunahme dieser Insekten. Da sich viele Wanzen an sonnigen Wänden versammeln, entsteht schnell der Eindruck einer Plage. Besonders auffällig ist die heimische Grüne Stinkwanze, die im Herbst ihre Farbe von Grün zu Braun verändert, um sich besser zu tarnen.
Für Menschen sind Stinkwanzen völlig ungefährlich. Sie stechen nicht, saugen kein Blut und übertragen keinerlei Krankheiten. Ihr Name stammt von dem unangenehmen Wehrsekret, das sie bei Bedrohung oder wenn sie zerdrückt werden, absondern. Dieser Geruch wird als intensiv und störend empfunden.
Nachdem Stinkwanzen sich in einem Haus niedergelassen haben, halten sie eine Art Winterschlaf. In dieser Phase fressen sie kaum, vermehren sich nicht und richten auch keine Schäden an Gebäuden an. An milderen Wintertagen können sie jedoch vorübergehend aktiv werden, umherfliegen und gegen Fenster oder Lampen stoßen. Im Frühjahr suchen sie dann aktiv nach einem Ausgang ins Freie und knabbern dabei möglicherweise an Zimmer- oder Balkonpflanzen.
Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass nicht jede braune Wanze am Fenster automatisch eine Grüne Stinkwanze ist. Die häufigsten Arten, die zu dieser Jahreszeit in Wohnungen eindringen, lassen sich jedoch gut voneinander unterscheiden. Die Grüne Stinkwanze hat eine schildförmige Form und ändert ihre Farbe im Herbst. Im Gegensatz dazu besitzt die eingewanderte Marmorierte Baumwanze ein braun-marmoriertes Muster sowie auffällig schwarz-weiße gebänderte Fühler. Diese Art kann ernsthafte Schäden an Obst und Gemüse anrichten. Um sicherzugehen, lässt sich ein Foto der Wanze in der App iNaturalist hochladen, die eine zuverlässige Identifizierung ermöglicht.
Um Stinkwanzen in Wohnräumen zu vermeiden, rät das Umweltbundesamt von der Verwendung chemischer Insektizide ab. Stattdessen empfiehlt das niedersächsische Landesamt LAVES, Fliegengitter an Fenstern anzubringen, Ritzen abzudichten und Brennholz sowie Pflanzen regelmäßig zu kontrollieren. Verirrte Wanzen sollten vorsichtig auf ein Blatt Papier gesetzt und nach draußen befördert werden, da das Zerdrücken der Tiere zu einer Absonderung des unangenehmen Geruchs führt.
Quellen: Bild, Berliner Zeitung
Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.