„Wir waren im Schock und haben wie panisch unsere Sachen gepackt“, beschreibt Felix Maus die dramatischen Minuten der Evakuierung aus seinem Wohnhaus in Altona. Am 23. Juli wurde das Gebäude an der Holstenstraße 197 aufgrund akuter Einsturzgefahr geräumt, was die Bewohner in eine Notsituation brachte.
Die Anwohner hatten nur zehn Minuten Zeit, um ihre wichtigsten persönlichen Gegenstände zusammenzupacken, bevor sie das Gebäude verlassen mussten. „Man kann in so einem Moment gar nicht klar darüber nachdenken, was man mitnehmen soll“, so der 55-Jährige weiter. Nach der Evakuierung standen die Bewohner am Straßenrand und beobachteten, wie Feuerwehr und Technisches Hilfswerk das Haus absicherten.
Evakuierung und Sicherheitsmaßnahmen
Das fünfgeschossige Wohnhaus an der Holstenstraße 195/197 wurde wegen erheblicher Mängel an der Standsicherheit geräumt. Massive Risse an der Rückseite des Gebäudes hatten die Behörden alarmiert. Die Feuerwehr brachte insgesamt 14 Bewohner in Sicherheit, während das Technische Hilfswerk das Gebäude abstützte. Der Friseur im Erdgeschoss musste schließen, und auch das benachbarte Haus mit der Nummer 199 bleibt vorerst gesperrt. Felix Maus ist seit der Evakuierung in einem Hotel untergebracht, dessen Kosten vom Eigentümer übernommen werden.
Ursachenforschung und Verantwortung
Die genaue Ursache für die festgestellte Einsturzgefahr wird derzeit noch untersucht. Laut dem Anwalt des Eigentümers könnte eine unzulässige Wandöffnung zur Destabilisierung des Gebäudes geführt haben. Eine abschließende Klärung steht jedoch noch aus.
Die Mieter haben in einer gemeinsamen Mitteilung betont, dass sie über Jahre hinweg auf zunehmende Schäden und Mängel hingewiesen hätten. Der Anwalt des Eigentümers wies darauf hin, dass alle gemeldeten Schäden stets behoben worden seien und nicht mit der Räumung in Verbindung stünden. Die neuen Risse seien dem Eigentümer erst Mitte Juni bekannt geworden, woraufhin er sofortige Maßnahmen ergriff.
Maßnahmen des Bezirksamts
Das Bezirksamt hat ein Verfahren zur „Herstellung ordnungsgemäßer Zustände“ eingeleitet, das die Eigentümer verpflichtet, bestehende Missstände zu beseitigen. Am Freitag erhielt das Bezirksamt die Information, dass ein Statiker und eine Fachfirma die Situation vor Ort begutachtet hätten und ein Konzept zur Stabilisierung des Gebäudes erstellt werden sollte. Da die übermittelten Informationen jedoch als ungenau erachtet wurden, wurde der Eigentümer aufgefordert, bis zum 3. August 2026 genauere Angaben zu machen. Andernfalls würden Zwangsmaßnahmen ergriffen.
In der Folge erhielt das Bezirksamt detailliertere Informationen, die aufzeigten, wie das Gebäude abgestützt werden kann. Zudem wurde angekündigt, dass in den kommenden Tagen mit den entsprechenden Arbeiten begonnen werden soll.
Hoffnung auf Rückkehr
Felix Maus äußert den Wunsch, bald wieder in sein Zuhause zurückkehren zu können. „Wir haben eine sehr gute Hausgemeinschaft und hoffen sehr, dass wir zurück in diese Gemeinschaft können“, sagt er. Die Situation bleibt angespannt, doch die Anwohner blicken hoffnungsvoll in die Zukunft.
Quellen: mopo, tagesschau, Süddeutsche Zeitung
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