Aram Arami: Vom Flüchtlingskind zum ARD-Star
Der Schauspieler Aram Arami verkörpert im neuen ARD-„Saarland-Krimi: Bruder, Liebe, Tod“ die Rolle des Kriminalhauptkommissars Tayfun Can.
Aram Arami, der als Kind aus Kurdistan geflüchtet ist, hat sich mittlerweile ein Millionenpublikum erobert. In einem Gespräch äußert er sich über seine schwierigen Jahre in Berlin, besondere Glücksmomente und seine zukünftigen Pläne.
Der 32-Jährige beschreibt seinen Werdegang als schicksalhaft: „Ich bin durch Zufall Schauspieler geworden. Das war nicht geplant, sondern eher ein glücklicher Umstand. Ich war zur richtigen Zeit am richtigen Ort“, erklärt er. „Es sollte einfach so sein.“
Im Alter von 12 oder 13 Jahren begleitete er seine Mutter beim Einkaufen, als ein Jugendagent auf sie aufmerksam wurde. „Er sagte: ‚Der Junge sieht gut aus, hier ist meine Karte, kommen Sie doch mal vorbei‘“, erinnert sich Arami. Zunächst war er skeptisch, entschied sich jedoch, das Coaching auszuprobieren.
Dieser Schritt markierte den Beginn seiner Schauspielkarriere. „Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, und so entwickelte sich meine Leidenschaft für das Schauspielern“, berichtet er. Heute ist Arami einem breiten Publikum bekannt, insbesondere durch seine Rollen in den „Fack ju Göhte“-Filmen und der ARD-Serie „Die Drei von der Müllabfuhr“. Am 30. April wird er als Ermittler in der neuen Donnerstagsreihe „Der Saarland-Krimi“ zu sehen sein.
Ein außergewöhnlicher Lebensweg
Aramis Lebensgeschichte ist bemerkenswert. Mit drei Jahren kam er aus dem autonomen Kurdistan im Nordirak mit seiner Familie aus politischen Gründen nach Deutschland. Die ersten zwei Jahre verbrachte er in einem Asylheim in Berlin-Neukölln. „Ich habe viele schöne Erinnerungen aus dieser Zeit. Ich habe viel mit anderen Kindern gespielt“, erzählt er.
Später erhielt seine Familie eine Wohnung in Berlin-Lichtenberg. „Die ersten Jahre waren etwas herausfordernd“, gesteht Arami. In diesem Stadtteil mussten Ausländer damals häufig mit Übergriffen aus dem rechten Spektrum rechnen. Als Kind verstand er zunächst nicht, dass diese Angriffe nichts mit ihm persönlich zu tun hatten, sondern lediglich mit seinem äußeren Erscheinungsbild.
In dieser Zeit erlebte er sowohl verbale als auch körperliche Angriffe. „Irgendwann konnte man sich wehren, aber darauf hätte ich gut und gerne verzichten können“, sagt er. Im Laufe der Jahre verbesserte sich die Situation, da viele Menschen mit Migrationshintergrund in die Gegend zogen. „Heutzutage ist es ein multikultureller Stadtteil“, fügt er hinzu.
Pläne für die Zukunft
Nach dem Abitur übernahm Arami im Alter von 21 Jahren eine kleine Bäckerei. „Sie befand sich gegenüber der Turnhalle, in der wir immer Sport hatten“, erklärt er. Sein Vater hatte gewünscht, dass er neben der Schauspielerei ein zweites Standbein aufbaut. Doch nach einigen Jahren gab er die Bäckerei auf, da er zunehmend in Filmproduktionen involviert war und dafür keine Zeit mehr hatte.
Für seinen Erfolg ist der 32-Jährige sehr dankbar. „Es ist ein echtes Privileg, diesen Beruf so ausüben zu dürfen, wie ich es tue“, betont er. Gleichzeitig hat er hohe Ansprüche an sich selbst und strebt danach, in seiner Karriere weiterzukommen. Sein Ziel ist es, in einigen Jahren als Charakterschauspieler in verschiedenen Genres tätig zu sein. Zudem möchte er eines Tages selbst Filme produzieren und Regie führen.
Aram Arami blickt optimistisch in die Zukunft und ist fest entschlossen, seine Träume zu verwirklichen.
Bildquelle: ai-generated-gemini