Der Kölner Dom, eine der bekanntesten Kirchen Deutschlands, wird ab Juli 2026 eine Eintrittsgebühr erheben.
Jährlich besuchen rund sechs Millionen Menschen den Kölner Dom, bislang war der Zugang kostenfrei. Diese Regelung ändert sich nun, wie das Domkapitel bekanntgab. Ab dem 1. Juli 2026 wird ein Eintrittspreis von zwölf Euro fällig, um die gestiegenen Kosten für Pflege, Schutz und den laufenden Betrieb des Doms zu decken. Gottesdienstbesucher sowie Mitglieder des Zentral-Dombau-Vereins können weiterhin kostenlos eintreten.
Ausnahmen und kostenfreie Tage
Der Zugang zu den Opferlichtern und zum stillen Gebet in bestimmten Bereichen bleibt ebenfalls kostenfrei. Zudem wird der Dom an ausgewählten Tagen im Jahr für alle Besucher ohne Eintritt zugänglich sein:
- 6. Januar (Fest der Heiligen Drei Könige) bis zum darauffolgenden Sonntag im Januar
- 1. Mai (Tag der Arbeit)
- 3. Oktober (Tag der Deutschen Einheit)
- zur Dreikönigswallfahrt
Über den Nordeingang beim Hauptbahnhof können Besucher weiterhin einen kleinen Bereich des Doms kostenlos betreten. Der Zugang über den westlichen Haupteingang erfordert jedoch den Kauf eines Tickets. Das Domkapitel hat erklärt, dass es nicht überprüfen wird, ob die Menschen am Nordeingang tatsächlich beten wollen. Laut Dompropst Guido Assmann machen Touristen etwa 99 Prozent der Besucher aus.
Finanzielle Situation des Doms
Bislang war der große Innenraum des Doms für alle zugänglich, jedoch wurde bereits für die Schatzkammer und den Aufstieg zur Aussichtsplattform ein Eintritt verlangt. Das Domkapitel hat mitgeteilt, dass in den letzten sechs Jahren ein finanzielles Defizit von insgesamt sechs Millionen Euro entstanden ist. Diese Verluste konnten bisher durch Rücklagen ausgeglichen werden. „Wir sind in die Situation gekommen, dass die Reserven des Kölner Doms auf absehbare Zeit aufgebraucht sind“, erklärte Domrendant Clemens van de Ven.
Debatte über die Eintrittsgebühr
Die Ankündigung, eine Eintrittsgebühr einzuführen, hat in Köln eine kontroverse Diskussion ausgelöst. Befürworter argumentieren, dass auch andere bedeutende Kathedralen, wie der Mailänder Dom oder die St. Paul’s-Kathedrale in London, Eintritt kosten. So beträgt der Preis für ein Erwachsenenticket in der St. Paul’s-Kathedrale 27 Pfund (31 Euro) und für die Westminster Abbey sogar 31 Pfund (35 Euro). Für die Sagrada Familia in Barcelona sind 26 Euro fällig.
Auf der anderen Seite gibt es prominente Beispiele, die gegen die Gebühr sprechen. Der Zugang zur Notre-Dame in Paris ist kostenlos, obwohl die Kathedrale nach dem verheerenden Brand von 2019 umfangreiche Restaurierungsarbeiten benötigte. Auch der Petersdom in Rom kann ohne Eintritt besucht werden. Kritiker der neuen Regelung in Köln befürchten, dass der Dom seine Rolle als für alle zugängliches Zentrum der Stadt verlieren könnte.
Meinung der Dombaumeisterin
Die ehemalige Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner, die heute den Zentral-Dombau-Verein leitet, hatte vor der Bekanntgabe des Eintrittspreises betont, dass es wichtig sei, die Gebühr unter zehn Euro zu halten. Nun wurde jedoch ein Preis von zwölf Euro festgelegt. Der Zentral-Dombau-Verein sammelt seit 1842 Spenden für den Dom, zunächst für dessen Fertigstellung und seit der Vollendung im Jahr 1880 für die Instandhaltung.
Quellen: mopo
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