„Wir wollen nicht, dass unser Stadtteil nur als Brennpunkt wahrgenommen wird“, erklärt Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff. Gemeinsam mit Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (beide SPD) hat er sich bei einem Rundgang durch Steilshoop den Herausforderungen des Viertels gestellt und über die geplanten Veränderungen gesprochen.
Verfall des Einkaufszentrums und medizinische Unterversorgung
Das Einkaufszentrum in Steilshoop ist stark verfallen und beherbergt mehr Tauben als Geschäfte. Nebenan ist die letzte Apotheke des Stadtteils zu finden, während das „Ärztehaus“ an der Gründgensstraße nur noch einen Kinderarzt aufweist. „Jetzt haben wir endlich einen anständigen Eigentümer, mit dem wir eine Sanierungsvereinbarung unterzeichnet haben“, sagt Dressel. „Wir werden ihn an seinen Taten messen – wenn es nicht klappt, greift die Stadt ein.“
Geplante Neubauten und Infrastrukturprojekte
Für das Einkaufszentrum sind 350 neue Wohnungen geplant, von denen mindestens 35 Prozent öffentlich gefördert werden sollen. Zudem sind Flächen für Einzelhandel, Gastronomie, ein medizinisches Versorgungszentrum, eine Kita, öffentliche Plätze und ein Fitnessstudio vorgesehen. Das Bebauungsplanverfahren läuft bereits.
Herausforderungen bei der medizinischen Versorgung
Die medizinische Versorgung im Stadtteil ist ebenfalls ein zentrales Thema. Ritzenhoff betont: „Wir haben ein Angebot für ein MVZ, mit denen reden wir im Juli.“ Allerdings sei es schwierig, Ärzte zur Ansiedlung zu bewegen, da dies von bundesrechtlichen Rahmenbedingungen abhängt.
U-Bahn-Anschluss: Ein lang ersehnter Traum
Ein weiteres großes Projekt ist der U-Bahn-Anschluss, auf den Steilshoop seit über 50 Jahren wartet. „Ab den 2030er Jahren soll die Linie U5 hier halten“, erklärt Dressel. Die Baustelle sorgt derzeit für Unmut, doch die Politiker sehen darin auch eine Chance für die Zukunft des Viertels.
Politische Verantwortung und historische Entscheidungen
Die Frage, wie es zu den aktuellen Missständen kommen konnte, wird von Ritzenhoff und Dressel differenziert betrachtet. „Die CDU ist nicht allein schuld“, sagt Ritzenhoff, „aber es gab falsche Entscheidungen.“ Der CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Sandro Kappe hat sich in der Vergangenheit aktiv mit den Missständen im Viertel auseinandergesetzt und dabei ein Direktmandat für die Bürgerschaft gewonnen.
Investitionen und soziale Projekte
Dressel weist darauf hin, dass in den letzten Jahren bereits rund 100 Millionen Euro in Steilshoop investiert wurden. „Wir sind genauso sauer darüber, wie die Leute, die hier wohnen“, sagt er in Bezug auf die unzureichende Nahversorgung. Trotz der Herausforderungen gibt es auch positive Entwicklungen, wie den Campus Steilshoop, der als Beispiel für gelungene Stadtentwicklung dient.
Der Campus Steilshoop: Ein positives Beispiel
Der Campus Steilshoop am Gropiusring, ein Schulneubau aus dem Jahr 2019, wird von Dressel als eines der besten Schulgebäude in Hamburg bezeichnet. „Für Schule, Quartierszentrum und Freiräume wurden fast 50 Millionen Euro ausgegeben“, sagt er stolz.
Ausblick auf die Zukunft
Abschließend äußern sich Dressel und Ritzenhoff optimistisch über die zukünftige Entwicklung des Stadtteils. „Die U-Bahn sollte dann schon stehen. Das wird etwas Positives mit den Einwohnern machen“, sagt Dressel. „Wir wollen nichts schönreden, aber wir wollen auch nichts schlechtreden.“
Quellen: mopo
Bildquelle: KI generiert