Die erneute Schändung von Regenbogenflaggen in Wilhelmsburg sorgt für Empörung. Eine Passantin berichtete, dass sie am Freitagvormittag eine Person sah, die die bereits beschmierten Flaggen wieder aufhängte, obwohl die schwarzen Kreuze, die über die bunten Farben gesprüht wurden, nicht vollständig entfernt werden konnten.
Schmiererei an Regenbogenflaggen
Am Donnerstag wurden die Flaggen vom Bezirksamt Mitte abgenommen, nachdem sie mit schwarzer Farbe verunstaltet worden waren. Laut einer Sprecherin des Bezirksamtes war der Versuch, die Flaggen zu reinigen, erfolglos. Zudem scheiterte die Suche nach Ersatzflaggen, da die gefundenen Alternativen nicht in die Halterungen passten. Daher entschied man sich, die beschädigten Flaggen erneut aufzuhängen, mit der Überlegung, dass dies „besser als gar nichts“ sei.
Ermittlungen wegen Hasskriminalität
Die Flaggen sollen nun jedoch erneut abgenommen werden, da es vermehrt Meldungen bei der Polizei über die beschmierten Fahnen gab. „Es ist natürlich schade, dass die Flaggen dort jetzt nicht wehen können, gerade wegen des Wochenendes. Wir setzen jetzt wieder auf das nächste Jahr“, erklärte die Sprecherin. Die Polizei hat ein Ermittlungsverfahren wegen Hasskriminalität eingeleitet, um den oder die Täter zu ermitteln.
Angst vor Diskriminierung
Eine Spaziergängerin berichtete, dass sie eine Familie an den Flaggen traf, die angab, eigentlich zum Christopher Street Day (CSD) gehen zu wollen, jedoch aus Angst vor Hassübergriffen davon Abstand nahm.
Weitere Vorfälle in Hamburg
Die Vorfälle in Wilhelmsburg sind nicht die einzigen in Hamburg. Das „Café Urlaub“ meldete auf Instagram, dass in der Nacht zum Freitag mehrere Regenbogenflaggen abgerissen wurden. In einem Video ist zu sehen, dass die Holzteile der Flaggen noch auf dem Boden lagen. Der Betreiber des Cafés äußerte sich kämpferisch: „Eigentlich traurig, aber ich hänge noch eine auf. Ich lasse mich nicht einschüchtern. Nicht mit mir.“ Das „Café Urlaub“ hatte bereits im Februar mit einer Welle von Hass aufgrund seiner Regenbogenmarkise zu kämpfen.
Steigende Zahlen queerfeindlicher Straftaten
Die Polizei verzeichnete im Jahr 2025 insgesamt 166 queerfeindliche Straftaten, darunter 37 körperliche Angriffe. Dies stellt eine Verdreifachung der Fälle im Vergleich zu 2022 dar. Gleichzeitig ist die Bereitschaft, solche Taten anzuzeigen, gestiegen.
Quellen: mopo, Die Zeit, rbb24