„Keine Privatsphäre beim Umziehen“, äußert ein Nutzer in den Bewertungen des Kaifubads in Eimsbüttel. Ein weiterer Kommentar beschreibt „unreife junge Typen, die in den Umkleidekabinen der Frauen herumlaufen“. Zudem wird angemerkt, dass die Herrenumkleide „zu 95 Prozent einsehbar“ sei.
Anna C. (Name geändert) berichtet ebenfalls von Schwierigkeiten in den Umkleiden des Kaifubads. In einem Gespräch schildert sie, dass sie innerhalb von 25 Minuten mindestens sechs Männer in der Frauenumkleide angetroffen habe. Diese hätten teilweise die Einzelumkleiden der Frauen genutzt und mit ihr diskutiert, als sie sie auf die Problematik hingewiesen habe.
Vorfall im Kaifu-Bad sorgt für Unbehagen
Die Begegnungen mit Männern in der Frauenumkleide haben Anna C. schockiert und überfordert. Sie erklärt, dass sie ihren Besuch vorzeitig abgebrochen habe, da ihr die Situation unangenehm gewesen sei. Am Ausgang informierte sie eine Mitarbeiterin über die Vorfälle, die versprach, das Problem an die Schichtleitung weiterzuleiten und eine Lösung zu finden.
Nach ihrem Besuch verfasste Anna C. eine Beschwerde-Mail an die Bäderland Hamburg, die das Kaifubad betreibt. Der Verlauf dieser Kommunikation liegt der Redaktion vor.
Reaktion von Bäderland auf die Vorwürfe
In ihrer E-Mail schildert Anna C. ihre Erfahrungen und betont, dass Umkleiden besonders schützenswert seien. Sie verweist auf Übergriffe in anderen Schwimmbädern und hebt hervor, dass dies insbesondere für vulnerable Gruppen wie Kinder, queere oder behinderte Menschen gelte.
In der Antwort von Bäderland heißt es: „Die Umkleidebereiche im Kaifubad bestehen aus zwei Teilen, einem vorderen und einem hinteren Bereich. Der vordere Bereich ist aufgrund des Mittelgangs, der ins Schwimmbad führt, teilweise einsehbar. Dies gilt sowohl für den Männerumkleidebereich als auch für den Bereich der Frauen.“ Ihre E-Mail sei zur Information für zukünftige bauliche Änderungen direkt an die Badleitung weitergeleitet worden.
Bauliche Gegebenheiten und mögliche Änderungen
Bei einem Gespräch vor Ort erläutert ein Sprecher von Bäderland, dass die Herren- und Damenumkleiden klar ausgewiesen seien. Der Herrenbereich verfüge über eine Einzelumkleide, während die Damenbereiche drei Einzelumkleiden bieten. Zudem existiere eine geschlechtsneutrale, barrierefreie Einzelumkleide.
Der Sprecher betont, dass das Kaifubad unter Denkmalschutz stehe, was bauliche Veränderungen erschwere. Daher könne kein zusätzlicher Raum für weitere Umkleiden geschaffen werden. Beschwerden über die Umkleiden seien ihm nicht bekannt.
Übergriffe in Schwimmbädern: Aktuelle Zahlen
Die Bedeutung von Schwimmbädern als besonders schützenswerten Raum wird durch die Zahlen der Polizei Hamburg untermauert. Im Jahr 2025 wurden 13 „Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“ in Schwimmbädern und an Badestellen erfasst. Zu diesen zählen unter anderem exhibitionistische Handlungen, sexuelle Belästigung und Missbrauch. Im Jahr 2024 waren es 19 solcher Fälle, während 2023 insgesamt 21 Fälle registriert wurden.
Die Polizei empfiehlt Betroffenen, das Personal zu informieren, den Notruf zu kontaktieren und sich Unterstützung zu holen.
Quellen: mopo
Bildquelle: KI generiert