„Ich habe nichts mit dem Drogenhandel zu tun“, erklärte der Angeklagte vor dem Gericht.
In Hamburg beginnt ein aufsehenerregender Prozess gegen einen 26-jährigen Mann, der beschuldigt wird, in ein umfangreiches Drogengeschäft verwickelt zu sein. Der Angeklagte soll über die verschlüsselten Kommunikationsplattformen EncroChat und Anom mehr als 69 Kilogramm Kokain sowie 108 Kilogramm Marihuana verkauft haben.
Ab dem Dienstag wird der Mann vor dem Landgericht Hamburg angeklagt, in insgesamt elf Fällen mit Betäubungsmitteln gehandelt zu haben. Darüber hinaus wird ihm vorgeworfen, in zwei weiteren Fällen Cannabis verkauft und in neun Fällen bandenmäßig mit Cannabis gehandelt zu haben.
Drogenbeschaffung und -verarbeitung im Ausland
Nach den Ermittlungen soll der Angeklagte zwischen dem 4. April 2020 und dem 3. Juni 2021 Drogen über die genannten Messengerdienste verkauft haben. Die Drogen wurden mutmaßlich aus dem Ausland bezogen, wo der Angeklagte mit fünf weiteren unbekannten Personen mehr als 900 Kilogramm Marihuana in Spanien erworben haben soll.
Die Rolle der Bunkerwohnung in Valencia
Die Drogen wurden laut Staatsanwaltschaft in einer Bunkerwohnung in Valencia gelagert. Dort sollen die Mitglieder der Bande die Ware begutachtet, verpackt und etikettiert haben. Der Angeklagte wird beschuldigt, den Transport der Drogen nach Hamburg organisiert zu haben, wo die Ware an Abnehmer oder Kuriere übergeben wurde.
Hintergrund zu EncroChat
EncroChat, oft als „WhatsApp für Verbrecher“ bezeichnet, war eine Plattform, die für die Planung schwerer Straftaten wie Drogenhandel und Auftragsmorde genutzt wurde. Im Jahr 2020 begannen Hamburger Ermittler, nach der Entschlüsselung des Codes, mit der Auswertung der Daten, was zu mehreren bedeutenden Festnahmen führte.
Die Verhandlungstermine sind bis Anfang September angesetzt, und die Staatsanwaltschaft wird alle Beweise gegen den Angeklagten präsentieren.
Quellen: mopo, tagesschau, NDR
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