„Die Nutzung der Fundamente verbessert die CO2-Bilanz um über 40 Prozent“, betont Björge Köhler, Architekt und Vorstandsmitglied der Genossenschaft „Gröninger Hof“.
In der Hamburger Altstadt hat der Abriss eines ehemaligen Parkhauses begonnen, um Platz für ein neues Wohnprojekt zu schaffen. An der Neuen Gröningerstraße sind die Abrissarbeiten seit Ende April in vollem Gange. Hohe Schuttberge zeugen von den Fortschritten, während das Gebäude, das zuletzt vor etwa sechs Jahren als Parkhaus diente, nach und nach dem Erdboden gleichgemacht wird.
Neubau mit nachhaltigen Ansätzen
Die Genossenschaft „Gröninger Hof“ plant, die Fläche in insgesamt 90 Wohnungen umzuwandeln. Der Abrissbagger arbeitet sich durch das 1963 errichtete Gebäude, wobei die rote Nummerierung der Stockwerke an den Säulen noch sichtbar ist. Ein Teil der ursprünglichen Struktur, darunter die Bodenplatte, die Fundamente und die Brandschutzwand, wird in den Neubau integriert.
Köhler erläutert: „Die Planung für das neue Haus orientiert sich daher auch am gleichen Raster wie das alte Parkhaus.“ Ursprünglich war angedacht, mehr Elemente des alten Gebäudes zu erhalten, jedoch waren die Parkdecks in einem derart schlechten Zustand, dass eine Integration nicht möglich war. Gutachter hatten erhebliche Schäden im Beton festgestellt, die durch Streusalz verursacht wurden.
Wohnungen für verschiedene Einkommensgruppen
Von den 90 geplanten Wohnungen sind bereits 88 reserviert, wobei zwei Einheiten für Haushalte mit niedrigem Einkommen vorgesehen sind. Die Gewerbeflächen sind noch nicht vollständig vergeben, Köhler weist darauf hin, dass Flächen für Gastronomie, Büros und Praxen zur Verfügung stehen.
Zusätzlich sind Gemeinschaftsflächen für Aktivitäten wie Feiern und Spielen geplant. Die Mieten werden voraussichtlich zwischen 7 und 14,40 Euro pro Quadratmeter liegen, abhängig vom Einkommen der zukünftigen Mieter. Ein Drittel der Wohnungen ist für Auszubildende und Studierende reserviert.
Finanzierung und Bauzeit
Die Bauarbeiten werden von dem Hamburger Unternehmen Otto Wulff durchgeführt. Der Abriss soll voraussichtlich bis Herbst 2026 abgeschlossen sein, gefolgt von weiteren Betonarbeiten. Der Holzbau soll 2027 beginnen, mit dem Ziel, dass die ersten Mieter im Sommer 2028 einziehen können.
Die Gesamtkosten des Projekts sind von ursprünglich 28 Millionen Euro auf 38 Millionen Euro gestiegen. Die Genossenschaft führt die Erhöhung auf die gestiegenen Baukosten und zusätzliche Ausgaben für den Abriss zurück. Die Bürgerschaft und der Senat haben bereits eine Finanzhilfe von 900.000 Euro bereitgestellt. Der Rest wird durch die Genossenschaft und ihre rund 500 Mitglieder aufgebracht, die etwa 20 Prozent Eigenkapital, also über vier Millionen Euro, für Kreditanträge bereitstellen mussten.
Quellen: mopo, NDR
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