Die Betreiber von „Loco Chicken“ in Hamburg äußern sich besorgt über Bedrohungen und Vandalismus, während die Polizei keine entsprechenden Anzeigen kennt.
Das Restaurant „Loco Chicken“ im Schanzenviertel hat seine Türen geschlossen, was bei den Betreibern für Unverständnis sorgt. Die Lanch GmbH, die hinter dem Lokal steht, erklärte, dass die Schließung auf massive Anfeindungen zurückzuführen sei. Diese umfassen Bedrohungen, Graffiti und sogar Steinwürfe. Trotz dieser schweren Vorwürfe gibt es jedoch keine bekannten Anzeigen bei der Polizei, die auf Vorfälle im Zusammenhang mit dem Restaurant hinweisen.
Schließung nach nur sechs Monaten
Die Filiale, die im Dezember 2025 eröffnet wurde, hatte anfangs großen Zulauf. Doch laut den Betreibern kam es zu „massiven Anfeindungen aus Teilen des direkten Umfelds“. Mitarbeiter seien wiederholt beleidigt und bedroht worden. Zudem berichtete die Lanch GmbH von mehreren Sachbeschädigungen, darunter großflächige Graffiti auf den Fensterfronten und Steinwürfe gegen das Gebäude. Aus Sorge um die Sicherheit der Angestellten habe man schließlich die Entscheidung getroffen, den Standort aufzugeben.
Polizei kann Vorwürfe nicht bestätigen
Die Polizei hat auf die Vorwürfe reagiert und mitgeteilt, dass keine Anzeigen vorliegen, die mit „Loco Chicken“ oder der Filiale im Schanzenviertel in Verbindung stehen. Laut Angaben der Polizei könnte es zwar sein, dass einzelne Mitarbeiter Vorfälle gemeldet haben, ohne den Namen des Lokals zu nennen, jedoch gibt es keinen konkreten Fall, der bekannt ist.
Die schweren Vorwürfe des Betreibers bleiben somit vorerst unbestätigt. Leser äußerten bereits online Zweifel an der Darstellung der Lanch GmbH. Diese Zweifel werden durch die Informationen der Polizei nicht widerlegt, da es bislang keine Anzeigen oder bekannten Ermittlungen gibt, die die Schilderungen des Betreibers unterstützen. Die Lanch GmbH wurde von der Presse kontaktiert, eine Stellungnahme blieb jedoch bis zur Veröffentlichung des Artikels aus.
Luciano: Vom Rapper zum Unternehmer
Der Gründer von „Loco Chicken“, der Rapper Luciano, bürgerlich Patrick Großmann, wurde 1994 in Bautzen geboren und wuchs in Berlin auf. Er begann seine Musikkarriere mit der „Loco Squad Gang“ und veröffentlichte 2017 sein Debütalbum „Eiskalt“. Luciano hat sich zu einem der erfolgreichsten deutschen Rapper entwickelt, dessen Songs wie „Beautiful Girl“ und „Bamba“ die Spitze der deutschen Charts erreichten. 2022 war er laut Spotify der meistgestreamte Künstler Deutschlands.
Luciano hat sich nicht nur als Musiker, sondern auch als Unternehmer etabliert. „Loco Chicken“ ist Teil seiner Marke, die auf seinem Album „L.O.C.O.“ und seiner „Loco Squad Gang“ basiert. 2023 eröffnete die Fast-Food-Kette ihren ersten regulären Standort in Berlin und bot ihre Speisen auch über zahlreiche Partnerrestaurants und Ghost Kitchens an.
Bereits zuvor sorgte Lucianos Umfeld für Kontroversen. Eine Reportage thematisierte seine geschäftliche Verbindung zu Ertunç Toksöz, der den türkisch-rechtsextremen „Graue Wölfe“-Bewegung zugerechnet wird. Luciano selbst wurde in dieser Recherche jedoch nicht als Rechtsextremist bezeichnet.
Quellen: mopo
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