„Der Senat darf sich von ihr nicht weiter auf der Nase herumtanzen lassen“,
äußerte Marco Hosemann, stadtentwicklungs- und denkmalpolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke, in Bezug auf die Schiller-Oper in Hamburg-St. Pauli. Die seit rund 20 Jahren leerstehende Oper ist von einem Metallgerüst umgeben und wird als einer der „offensichtlichsten Schandflecken“ der Stadtentwicklungspolitik bezeichnet.
Schiller-Oper: Ein vernachlässigtes Erbe
Das denkmalgeschützte Gebäude, das einst ein Zentrum für Kultur und Kunst war, verfällt zunehmend. Die Linke hat nun einen neuen Antrag an den Senat gerichtet, in dem sie die Überführung des Grundstücks und des Denkmals in öffentliches Eigentum fordert. Die Fraktion kritisiert die Eigentümerin Mareike Janssen, die ihrer Meinung nach kein Interesse an einer Wiederbelebung der Schiller-Oper zeigt.
Zukunftskonzept für die Schiller-Oper
Zusätzlich zu ihrem Antrag hat die Linke ein Konzept vorgelegt, das die Schiller-Oper als „Modellprojekt für Soziales, Sport, Kunst und Kultur“ neu gestalten möchte. Ziel ist es, die Schiller-Oper zu einem besonderen Treffpunkt der Stadt zu entwickeln, der Raum für soziale Projekte, sportliche Aktivitäten sowie kulturelle Veranstaltungen bietet. Auch die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum auf dem Areal wird angestrebt.
Rechtliche Auseinandersetzungen
Anfang April 2026 wies das Oberverwaltungsgericht die Beschwerde der Eigentümerin zurück. Diese ist nun verpflichtet, das denkmalgeschützte Stahlgerüst auf eigene Kosten zu sichern. Das Gericht stellte fest, dass die Maßnahmen wirtschaftlich zumutbar seien. Die Eigentümerin war sich bereits beim Kauf des ehemaligen Zirkus- und Theaterbaus im Jahr 2014 bewusst, dass das Gebäude unter Denkmalschutz steht.
Städtische Maßnahmen zur Sicherung
Im Jahr 2024 hatte die Stadt ein Sicherungsverfahren eingeleitet, um den Verfall der Schiller-Oper zu stoppen und den Erhalt des Bauwerks zu gewährleisten. Diese Maßnahmen könnten notfalls auf Kosten der Eigentümerin durchgeführt werden. Trotz mehrfacher Aufforderungen hat die Eigentümerin bisher keine Schritte unternommen, um den Zustand des Gebäudes zu verbessern.
Quellen: mopo