Die aktuellen Bedingungen in der Elbe setzen den dort lebenden Fischen erheblich zu.
„Die Luft wird uns buchstäblich dünn“, beschreibt ein Fischer die Situation, die durch Hitze, Sauerstoffmangel und Niedrigwasser geprägt ist.
Während einige Fischarten unter diesen Veränderungen leiden, gibt es auch solche, die von den klimatischen Veränderungen profitieren.
Herausforderungen für die Fischbestände
Die Wassertemperaturen in der Elbe haben in den heißen Tagen des Juni bereits mehrfach fast 28 Grad Celsius erreicht. Solche Temperaturen sind für die Fische äußerst belastend. Zudem fiel der Sauerstoffgehalt Ende Juni und Anfang Juli zeitweise auf unter drei Milligramm pro Liter, was für die Fische kritisch bis tödlich ist.
Bestandsentwicklung der Fischarten
Die Fischbestände in der Elbe zeigen einen kontinuierlichen Rückgang. Fischer Wilhelm Grube, der früher große Mengen fangen konnte, beobachtet diese besorgniserregende Entwicklung.
„Die Bestände sind nicht mehr das, was sie einmal waren“, so Grube.
Der Stint
- Der Stint (Osmerus eperlanus) hat in den letzten Jahrzehnten einen deutlichen Rückgang erlebt.
- Nach einer Erholungsphase in den 1990er und frühen 2000er Jahren wird seit etwa 2010 ein Bestandsrückgang festgestellt.
- Die Art wird in der kommenden Roten Liste als „gefährdet“ eingestuft.
- Besondere Herausforderungen sind klimawandelbedingte Veränderungen und Sauerstoffdefizite.
Der Kaulbarsch
- Der Kaulbarsch (Gymnocephalus cernua) gilt als typische Art der Tideelbe und ist an trübe Gewässer angepasst.
- Er wird als Indikator für den ökologischen Zustand der Lebensräume in Bodennähe betrachtet.
- Obwohl er aktuell als ungefährdet gilt, zeigen die letzten Jahre einen Rückgang der Individuenzahlen.
Der Aal
- Der Europäische Aal (Anguilla anguilla) ist in einem kritischen Zustand und gilt als „vom Aussterben bedroht“.
- Die Tideelbe ist für ihn ein wichtiger Wanderkorridor und Kinderstube.
- Veränderte Umweltbedingungen verschlechtern die Lebensbedingungen für den Aal.
Die Brasse
- Der Brassen (Abramis brama) ist eine häufige Weißfischart in der Tideelbe und gilt als ökologischer Generalist.
- Er zeigt eine hohe Toleranz gegenüber anthropogenen Veränderungen.
- Die Bestände sind jedoch in den letzten zwei Jahrzehnten zurückgegangen.
Das Rotauge/Plötze
- Die Plötze ist anpassungsfähig und kann von moderat steigenden Temperaturen profitieren.
- Der Bestand gilt als stabil, jedoch sind die Monitoringdaten in der Elbe sehr niedrig.
Die Ukelei
- Die Ukelei ist charakteristisch für die obere und mittlere Tideelbe.
- Extremereignisse gefährden die Reproduktion und den Nachwuchs.
Der Zander
- Der Zander ist in Hamburg vor allem in der Elbe verbreitet und hat sich gut an die Bedingungen angepasst.
- Er profitiert von einer hohen Verfügbarkeit kleiner Beutefische.
- Der Bestand wird als stabil eingeschätzt, steht jedoch unter dem Einfluss von Klimawandel und Sauerstoffproblemen.
Die Schwarzmundgrundel
- Die Schwarzmundgrundel ist eine invasive Art, die sich stark in der Tideelbe ausgebreitet hat.
- Sie stellt eine Konkurrenz für die heimische Fischfauna dar, bietet jedoch auch Nahrung für andere Arten.
Die Situation der Fischbestände in der Elbe verdeutlicht die Herausforderungen, die der Klimawandel und menschliche Eingriffe mit sich bringen. Die Anpassungsfähigkeit einiger Arten könnte jedoch auch neue Perspektiven eröffnen.
Quellen: mopo, Der Spiegel, taz
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