Die Urteile gegen die Mitglieder der rechtsextremen Terrorgruppe „Letzte Verteidigungswelle“ wurden am Hanseatischen Oberlandesgericht verkündet. Die Verurteilten, die zur Tatzeit zwischen 14 und 21 Jahren alt waren, erhielten Haftstrafen von anderthalb bis fünf Jahren.
Die Schuldsprüche basieren auf verschiedenen Anklagepunkten, darunter die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, versuchter Mord, Brandstiftung und gefährliche Körperverletzung. Die Strafen wurden gemäß dem Jugendstrafrecht verhängt, wobei die Strafe für den jüngsten Angeklagten, der anderthalb Jahre Haft erhielt, zur Bewährung ausgesetzt wurde.
Geplante Anschläge und Gewaltakte
Das Gericht stellte fest, dass die Gruppe Anschläge auf Asylbewerberheime und linke Einrichtungen plante und durchführte. Zudem sollen Mitglieder der Gruppe sogenannte „Pädo-Hunting“-Aktionen organisiert haben, bei denen sie vermeintliche Pädophile jagten.
Aufgrund des Alters der Angeklagten war der Prozess von der Öffentlichkeit ausgeschlossen, und die Plädoyers fanden hinter verschlossenen Türen statt. Vier der Verurteilten sind weiterhin minderjährig, der jüngste ist erst 15 Jahre alt.
Brandanschläge und deren Folgen
Ein Brandanschlag auf ein Kulturhaus in Altdöbern im Oktober 2024 hätte laut Anklage zu Verletzungen führen können, wenn nicht durch Zufall keine Menschen im Gebäude gewesen wären. Das Kulturhaus brannte vollständig nieder.
Ein weiterer Anschlag auf eine Asylbewerberunterkunft in Schmölln im Januar 2025 scheiterte, als zwei Mitglieder der Gruppe versuchten, das Gebäude mit Pyrotechnik in Brand zu setzen. An der Fassade hinterließen sie Hakenkreuze und rassistische Slogans.
Ein geplanter Brandanschlag mit Kugelbomben auf eine Asylbewerberunterkunft in Senftenberg konnte durch Hinweise eines Reporterteams verhindert werden.
Ermittlungen und Festnahmen
Im Mai 2025 wurden fünf der Angeklagten nach großangelegten Razzien in mehreren Bundesländern festgenommen. Drei weitere befanden sich bereits in Untersuchungshaft. Zuvor hatte es bereits Durchsuchungen in Sachsen und Thüringen gegeben.
Nach dem Prozessbeginn führte die Bundesanwaltschaft eine Razzia gegen zehn weitere Beschuldigte durch, bei der mehrere Räumlichkeiten in verschiedenen Bundesländern durchsucht wurden. Ende Juni 2025 wurden in Thüringen zwei weitere Jugendliche als mutmaßliche Mitglieder der „Letzten Verteidigungswelle“ verhaftet.
Quellen: mopo, n-tv, stern
Bildquelle: KI generiert
Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.