Die Stadt Hamburg hat sich klar gegen die Einführung von Fahrrad-Blitzern ausgesprochen. Eine Sprecherin der Innenbehörde erklärte, dass im Geltungsbereich der Straßenverkehrsordnung (StVO) derzeit keine entsprechenden Probleme erkennbar seien.
In der vergangenen Woche wurde im Naturschutzgebiet Geltinger Birk an der Ostsee der erste „Fahrrad-Blitzer“ im Norden installiert, um die Einhaltung des Tempolimits von 15 km/h zu überwachen. Die Maßnahme sorgte für Aufsehen und wirft die Frage auf, ob ein ähnliches Modell auch für Hamburg in Betracht gezogen werden könnte.
„Für Hamburg lässt sich im Geltungsbereich der StVO derzeit keine entsprechende Problemlage erkennen“, so die Sprecherin. Konflikte zwischen Fußgängern und Radfahrern treten vor allem dort auf, wo das Radfahren nicht gestattet ist. Ein Blitzer wäre in solchen Fällen nicht das geeignete Mittel, betonte die Sprecherin weiter.
Herausforderungen bei der Überwachung von Radfahrern
Die Sprecherin wies darauf hin, dass die Geschwindigkeitsbegrenzungen nach der StVO auch für Radfahrer gelten, jedoch die Überwachung in der Praxis komplizierter sei als bei motorisierten Fahrzeugen. „Insbesondere müssen geeignete, für die konkrete Messsituation zugelassene Messverfahren eingesetzt und der betroffene Radfahrende eindeutig identifiziert werden können“, erklärte sie.
Die Identifikation von Radfahrern gestaltet sich schwierig, da sie in der Regel keine Kennzeichen tragen und oft in Gruppen fahren. Zudem haben viele Radfahrer keinen Tacho, sodass ihnen nicht ohne Weiteres unterstellt werden kann, dass sie ihre Geschwindigkeit kennen.
Konflikte im Naturschutzgebiet
Im Naturschutzgebiet Geltinger Birk kommt es häufig zu Konflikten zwischen E-Bikern und Fußgängern. Bei einem Vorfall verlor ein Radfahrer sein Leben. E-Bikes können Geschwindigkeiten von bis zu 25 km/h erreichen, während sogenannte S-Pedelecs sogar bis zu 45 km/h fahren können. Der „Fahrrad-Blitzer“ in Geltinger Birk war eine einmalige Aktion, die darauf abzielte, die Nutzer für die Temporegeln zu sensibilisieren. Statt eines Bußgeldes erhielten die Radfahrer eine Postkarte mit der Botschaft „Tempo raus/Natur rein“.
Die Diskussion um die Notwendigkeit von Fahrrad-Blitzern in Hamburg bleibt somit vorerst unbeantwortet, während die Stadtverwaltung auf andere Maßnahmen zur Förderung der Verkehrssicherheit setzt.
Quellen: mopo, n-tv, t-online
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