Die Einführung des erweiterten Alkoholverbots in St. Georg sorgt für gemischte Reaktionen. Anwohner und lokale Geschäftsinhaber äußern sich besorgt über die Auswirkungen auf die öffentliche Sicherheit und das soziale Klima im Stadtteil.
Neues Alkoholverbot seit August
Seit dem 1. August 2026 gilt in Hamburg ein erweitertes Alkoholverbot, das nun auch den Hansaplatz, den oberen Steindamm sowie den Bereich um den Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) umfasst. Diese Maßnahme wurde ergriffen, um die Probleme mit Alkohol und Drogen in der Umgebung des Hauptbahnhofs zu bekämpfen.
Bei einem ersten Verstoß gegen das Verbot müssen Betroffene mit einem Bußgeld von 40 Euro rechnen. Bei wiederholten Verstößen kann das Bußgeld auf bis zu 200 Euro ansteigen. Es ist jedoch zu beachten, dass das Verbot lediglich das Trinken von Alkohol im öffentlichen Raum betrifft; das Mitführen von verschlossenen alkoholischen Getränken bleibt erlaubt.
Hintergrund der Regelung
Das ursprüngliche Alkoholverbot galt ausschließlich im unmittelbaren Umfeld des Hauptbahnhofs. Diese Regelung wurde zusammen mit weiteren Maßnahmen wie der Quattro-Streife, einem Waffenverbot und einer Videoüberwachung eingeführt. Anwohner hatten jedoch kritisiert, dass die Probleme sich lediglich nach St. Georg verlagert hätten, ohne die Situation tatsächlich zu verbessern.
Die Frage, ob die Ausweitung des Verbots zu einer dauerhaften Entlastung führen wird oder ob die Probleme erneut an einen anderen Ort abwandern, bleibt offen. Die Regelung ist zunächst auf ein Jahr angelegt, in dem Anwohner, Gewerbetreibende und soziale Einrichtungen zu ihren Erfahrungen mit dem Verbot befragt werden sollen.
Kriminalität in St. Georg
St. Georg gilt als sozialer Brennpunkt in Hamburg. Im vergangenen Jahr wurden dort mehr als 29.000 Straftaten registriert, obwohl die Zahl der polizeilich erfassten Delikte um 5,9 Prozent zurückging. Zum Vergleich: In St. Pauli wurden rund 13.000 Straftaten gezählt. Die Polizei hat festgestellt, dass viele dieser Straftaten unter Alkoholeinfluss begangen wurden, weshalb das Verbot auch dazu dienen soll, die Belastung der Anwohner zu verringern.
Zusätzliche Maßnahmen der Polizei
Zusätzlich zum Alkoholverbot plant die Polizei, die Kontrollen in St. Georg zu intensivieren und ausländische Straftäter in ihre Herkunftsländer zurückzuführen. Laut den Behörden haben viele Störer und Straftäter in der Umgebung des Hauptbahnhofs keinen festen Wohnsitz und oft auch kein Aufenthaltsrecht. Gleichzeitig soll es mehr Unterstützung für suchtkranke und obdachlose Menschen geben.
Um die Wohnquartiere zu entlasten, hat die Polizei auch ihre „Weckstreife“ neu organisiert. Diese Beamten patrouillieren morgens gegen 6 Uhr durch die Straßen rund um den Steindamm und Steintorweg, um Menschen zu wecken, die in Hauseingängen schlafen.
Quellen: mopo, NDR, Die Zeit
Bildquelle: KI generiert