Im bevorstehenden Urteil im Prozess gegen die rechtsextreme Terrorgruppe „Letzte Verteidigungswelle“ äußerten sich die Angeklagten zu den Vorwürfen. Am Mittwoch wird vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg um 12:30 Uhr das Urteil verkündet.
Insgesamt stehen sieben mutmaßliche Mitglieder und ein Unterstützer der Gruppe vor Gericht. Ihnen werden schwere Vorwürfe gemacht, darunter versuchter Mord, Verabredung zum Mord, Brandstiftung und gefährliche Körperverletzung. Die Anklage wirft der Gruppe vor, Brand- und Sprengstoffanschläge auf Asylbewerberheime sowie linke Einrichtungen verübt und geplant zu haben.
Zusätzlich wird ihnen vorgeworfen, sogenannte „Pädo-Hunting“-Aktionen durchgeführt zu haben, bei denen sie Menschen jagten, die sie für Pädophile hielten.
Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit
Da die Angeklagten zum Zeitpunkt der Taten zwischen 14 und 21 Jahre alt waren, fand der Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Dies gilt auch für die Plädoyers von Bundesanwaltschaft und Verteidigung, die hinter verschlossenen Türen gehalten wurden.
Festnahmen und Durchsuchungen
Fünf der Angeklagten wurden im Mai letzten Jahres nach großangelegten Razzien in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Hessen festgenommen. Drei weitere befanden sich bereits in Untersuchungshaft. Zuvor waren bereits Durchsuchungen in Sachsen und Thüringen durchgeführt worden.
Wenige Tage nach Prozessbeginn führte die Bundesanwaltschaft eine Razzia gegen insgesamt zehn weitere Beschuldigte durch und durchsuchte Räumlichkeiten in mehreren Bundesländern, darunter Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Ende Juni wurden in Thüringen zwei weitere Jugendliche als mutmaßliche Mitglieder der „Letzten Verteidigungswelle“ verhaftet.
Quellen: mopo, tagesschau, NDR
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