Die Reaktionen auf den neuen Song „Keine Angst“ von Danger Dan sind in der Hamburger Radiolandschaft äußerst unterschiedlich. Während einige Sender den Titel regelmäßig spielen, haben andere entschieden, ihn zu boykottieren. Lars Meier von „Ahoy Radio“ und Stefan Kruecken von „Radio Ankerherz“ äußern sich zu den Kontroversen rund um das Lied.
Auftritt bei ZDF abgesagt
Das ZDF hat Danger Dan und den Pianisten Igor Levit kurzfristig von ihrem geplanten Auftritt in der Satire-Sendung „Die Anstalt“ ausgeladen. Diese Entscheidung hat eine Welle der Diskussionen im Internet ausgelöst. Die Meinungen über den Song gehen weit auseinander: Einige Hörer interpretieren ihn als Aufruf zur Gewalt, während andere ihn als wichtigen Beitrag zur Kunstfreiheit und als klare Botschaft gegen den Faschismus ansehen.
Provozieren ist Teil der Kunst
Lars Meier von „Ahoy Radio“ gehört zu den Befürwortern des Songs. Er betont:
„Kunst lebt von Übertreibung und Provokation.“
Meier, der in seiner Jugend Punkmusik hörte, erinnert sich an die damaligen Kontroversen und erklärt:
„Ich finde, dass jeder sich eine eigene Meinung bilden sollte. Das gehört zur Demokratie dazu.“
Aus diesem Grund wird der Song in seinem Sender stündlich gespielt.
Hohe Klickzahlen und kritische Kommentare
Das Musikvideo zu „Keine Angst“ hat mittlerweile fast 520.000 Aufrufe auf YouTube. In den Kommentaren äußern sich Nutzer ironisch über die Entscheidung des ZDF. Ein Kommentar, der besagt, dass das Lied die aktuelle Empfehlung des ZDF sei, hat über 550 Likes erhalten.
Meier kritisiert ZDFs Reaktion
Die Reaktion des ZDF hat auch Lars Meier zum Nachdenken angeregt. Er sagt:
„Das Interessante ist, dass das Lied ‚Keine Angst‘ heißt und das ZDF aber bevormundend und ängstlich reagiert hat.“
Meier hält die Entscheidung, den Auftritt abzusagen, für falsch.
Kruecken sieht Aufruf zur Gewalt
Im Gegensatz dazu hat Stefan Kruecken von „Radio Ankerherz“ entschieden, den Song nicht zu spielen. Er erklärt:
„Das Öffentlich-Rechtliche beinhaltet ja das Wort ‚rechtlich‘. Ich kann schon verstehen, dass das ZDF den Song nicht streamen will.“
Kruecken befürchtet, dass der Aufschrei aus konservativen Kreisen enorm gewesen wäre.
Besorgnis über die Botschaft des Songs
Besonders kritisch sieht Kruecken das Ende des Liedes, in dem Danger Dan „Liebe Grüße an Lina, Gucci, Maja und Nanuk“ singt. Diese Anspielung bezieht sich auf die sogenannte Hammerbande, deren Mitglieder im Mai 2023 wegen gewalttätiger Übergriffe verurteilt wurden. Kruecken äußert:
„Ich finde wichtig, dass man mit dem Rechtsstaat gegen den Rechtsextremismus vorgehen sollte, und nicht mit Straßenkampf.“
Demokratie und Gewaltfreiheit
Kruecken, der sich entschieden gegen die AfD positioniert, sieht in Danger Dans Song einen gefährlichen Trend. Er sagt:
„Ich finde, Demokratie lebt von Gewaltfreiheit und darauf, dass man auf den Rechtsstaat vertraut.“
Auch Lars Meier betont, dass er gegen Gewalt ist, sieht jedoch in den Texten von Danger Dan keinen direkten Aufruf dazu.
Die Diskussion um „Keine Angst“ zeigt, wie unterschiedlich Kunst und ihre Interpretationen wahrgenommen werden können und wie stark die Meinungen in der Gesellschaft darüber auseinandergehen.
Quellen: mopo