„Ich kann Ihnen versprechen: Die neue Brücke wird noch eindrucksvoller als die alte sein“, äußerte sich Hamburgs Oberbaudirektor Franz-Josef Höing bei der Vorstellung des Siegerentwurfs für die neue Köhlbrandbrücke. Diese wird in der Nähe der bestehenden Brücke errichtet und ist seit Mittwoch im Rathaus ausgestellt.
Neuer Entwurf für ein Hamburger Wahrzeichen
Die Köhlbrandbrücke, ein markantes Wahrzeichen der Hansestadt, wird neu gebaut. Der Siegerentwurf, der von einer Bietergemeinschaft aus mehreren Hamburger Ingenieurbüros stammt, zeigt eine Brücke, die auf den ersten Blick der alten sehr ähnlich sieht. Dies war eine der Vorgaben des Architekturwettbewerbs.
Details zum neuen Bauwerk
Die neue Köhlbrandbrücke wird eine Länge von fünf Kilometern aufweisen und erneut als Schrägseilbrücke mit zwei Pylonen und einem frei schwebenden Mittelteil konzipiert. Mit einer Durchfahrtshöhe von 73,50 Metern wird sie jedoch 20 Meter höher als die alte Brücke sein, was längere Rampen erforderlich macht. Dies ermöglicht es den größten Containerschiffen, zum Terminal Altenwerder zu fahren.
„Wir bauen eine moderne, elegante Brücke, die aber auch Bezug zum alten Bauwerk hat“, erklärte Maren Wolff vom Ingenieurbüro Grassl. Die neue Konstruktion wird weitgehend parallel zur alten Brücke errichtet, die erst nach der Inbetriebnahme der neuen Brücke abgerissen werden soll.
Politische Reaktionen und Bedenken
Die politische Opposition zeigt sich weniger begeistert. CDU-Chef Dennis Thering warnte vor einem „endgültigen Desaster für Stadt und Hafen“. Er kritisierte die langsame Planung und forderte eine schnellere Umsetzung des Neubaus, um eine Komplettsperrung der alten Brücke zu vermeiden.
„Auf Entwürfen kann man nicht fahren. Es ist höchste Zeit, dass endlich Tempo in die Realisierung kommt“, sagte Thering.
Finanzierung und Zeitplan
Die Kosten für den Neubau der Köhlbrandbrücke werden derzeit auf 4,4 bis 5,3 Milliarden Euro geschätzt. Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard betonte, dass in den kommenden Jahren eine genaue Finanzierung geplant werde. Nach den aktuellen Planungen soll die neue Brücke im Jahr 2042 für den Verkehr freigegeben werden, die vollständige Fertigstellung ist jedoch erst für das dritte Quartal 2046 vorgesehen.
Wartung der alten Brücke
„Wir tun alles dafür, dass die alte Köhlbrandbrücke noch 14 Jahre lang weiter befahrbar ist“, erklärte Leonhard. Es werden erhebliche Investitionen in Wartung und Erhaltung getätigt, da die Brücke aus den 60er/70er Jahren stammt und mittlerweile für Schwerlasttransporte gesperrt ist.
Die Diskussion um die neue Köhlbrandbrücke zeigt, wie wichtig die Infrastruktur für die Stadt Hamburg ist und welche Herausforderungen bei der Planung und Umsetzung solcher Großprojekte bestehen.
Quellen: mopo, Welt
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