„Die alte war schöner“, äußert Don Richard (74), der in der Nähe der neuen Sternbrücke lebt. Die Meinungen über das neue Bauwerk, das am vergangenen Wochenende die 150 Jahre alte, historische Sternbrücke ersetzt hat, sind geteilt.
Neues Bauwerk sorgt für gemischte Reaktionen
Die neue Brücke, die zwischen Altbauhäusern, Kiosken, Bars und Restaurants errichtet wurde, wurde von vielen Anwohnern kritisch betrachtet. „Ein massives Ding“, „völlig überdimensioniert“ und „ein Monstrum“ sind nur einige der Kommentare, die die Größe der Brücke betreffen. Dennoch gibt es auch Stimmen, die die technische Leistung hinter dem Bauwerk bewundern. Richard beschreibt den Transport der Brücke als „aufregend“ und betont, dass so etwas nur einmal alle hundert Jahre vorkomme.
Proteste und Verlust von Kulturstätten
Die Anwohner sind jedoch nicht nur mit der neuen Brücke unzufrieden, sondern auch mit den damit verbundenen Verlusten. Lisa E. (50) beklagt, dass viele kulturelle Einrichtungen wie die Beat Boutique, das Fundbureau und die Astra Stube aufgrund des Neubaus weichen mussten. „Die Clubkultur stirbt“, sagt sie und kritisiert, dass die Proteste der Anwohner ignoriert wurden.
Umweltschäden durch Rodungen
Ein weiterer Punkt der Kritik ist die Rodung von 37 Bäumen entlang der Max-Brauer-Allee, die für den Transport der Brücke gefällt wurden. Tom Bendt, ein Anwohner und Baumpfleger, bezeichnet dies als „Katastrophe“ und fragt sich, warum die Bäume nicht einfach ausgegraben und wieder eingepflanzt wurden.
Wirtschaftliche Perspektiven und persönliche Meinungen
Im Gegensatz zu den kritischen Stimmen äußert Ibrahim Maher (44), der Besitzer des „Gönlübol Döner Haus“, positive Ansichten über die neue Brücke. Er glaubt, dass die Brücke seinem Geschäft zugutekommt, da viele Kunden kommen, um das neue Bauwerk zu sehen. „Sie ist viel schöner, weil sie neuer ist“, sagt er und hofft auf eine ruhigere Bahnverbindung.
Ein anonymer Anwohner zeigt sich ebenfalls zufrieden mit dem neuen Bauwerk: „Ich kann meinen Frieden mit der Brücke machen.“ Er ist jedoch der Meinung, dass die Brücke nicht lange grau bleiben wird und erwartet, dass sie bald bunt gestaltet wird.
Unterschiedliche Ansichten zur Angemessenheit der Brücke
Ali Akbar Akbari (32), der Besitzer des „Blitz Kiosk“ an der Stresemannstraße, äußert Bedenken, dass die Brücke nicht in ihr Umfeld passe. Auch seine Kunden seien überwiegend unzufrieden mit dem Neubau. Rentner Christian Nölke hingegen möchte sich nicht festlegen, ob die Brücke angemessen ist, glaubt jedoch nicht, dass sie die einfachste und kostengünstigste Lösung darstellt.
Quellen: mopo, tagesschau, NDR
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