Vincent Warnery, CEO und Vorstandsvorsitzender der Beiersdorf AG, äußerte sich besorgt über die Auswirkungen der EU-Vorgaben auf die europäische Kosmetikindustrie. „Wir wollen nicht die nächste Autoindustrie werden“, betonte Warnery in Berlin und warnte vor einer möglichen Gefährdung der Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen.
Der Vorstandsvorsitzende des Hamburger DAX-Konzerns appellierte an die EU, die Branche nicht mit übermäßigen regulatorischen Anforderungen zu belasten. „Die europäische Kosmetikindustrie schafft Arbeitsplätze und Wohlstand“, sagte er und forderte eine angemessene Berücksichtigung der Herausforderungen, vor denen die Unternehmen stehen.
Regulatorische Herausforderungen für die Branche
Warnery wies darauf hin, dass europäische Unternehmen Gefahr laufen, im internationalen Wettbewerb zurückzufallen, da Konkurrenten aus Drittländern weniger strengen Vorschriften unterliegen. „Europa muss sehr vorsichtig sein, insbesondere im Vergleich zu den USA, China und Korea, wo viele Vorschriften nicht gelten“, erklärte er.
Der CEO betonte zudem, dass Hautpflegeprodukte aus Europa bereits den strengsten Qualitätsstandards unterliegen. Dennoch werde die Branche aufgefordert, bestimmte Inhaltsstoffe aus ihren Formulierungen zu entfernen, auch wenn diese bei normaler Anwendung kein Risiko darstellen. „Das ist eine große Herausforderung für uns“, so Warnery.
Kritik an der EU-Kommunalabwasserrichtlinie
Ein weiteres Anliegen von Warnery ist die Novelle der EU-Kommunalabwasserrichtlinie, die Hersteller von Kosmetika und pharmazeutischen Produkten finanziell zur Verantwortung ziehen soll. Er kritisierte, dass Unternehmen wie Beiersdorf hohe Zahlungen leisten müssten, obwohl sie nur für einen kleinen Teil der Verschmutzung verantwortlich seien.
Seit Mai 2021 leitet Warnery Beiersdorf. Zuvor war er in verschiedenen Positionen bei L’Oréal tätig, einem der globalen Marktführer in der Kosmetikbranche. Zu den weiteren bedeutenden Unternehmen in Europa zählen Unilever, LVMH und Henkel.
Wirtschaftliche Entwicklung von Beiersdorf
Unter Warnerys Führung konnte Beiersdorf zunächst ein kräftiges Wachstum verzeichnen. Im ersten Halbjahr jedoch meldete der Konzern einen Umsatzrückgang, was auf schwache Verkaufszahlen der Hauptmarke Nivea zurückzuführen ist.
Quellen: mopo, taz, n-tv
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