Der Volkswagen-Konzern sieht sich weiterhin mit sinkenden Verkaufszahlen konfrontiert, insbesondere in den Märkten China und den USA. Dennoch konnte das Unternehmen in China einen unerwarteten Erfolg verzeichnen, der jedoch voraussichtlich nicht von langer Dauer sein wird.
In den ersten drei Monaten des Jahres 2026 beliefen sich die weltweiten Auslieferungen des Volkswagen-Konzerns auf lediglich 2,05 Millionen Fahrzeuge aller Marken, was einem Rückgang von 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Trotz dieser negativen Entwicklung konnte der Konzern seinen globalen Marktanteil weitgehend stabil halten, was jedoch in einem deutlich geschrumpften Gesamtmarkt geschah.
Rückgang auf dem globalen Automobilmarkt
„Der weltweite Automobilmarkt ist bis Ende März insgesamt rückläufig“, erklärte Marco Schubert, der Vertriebsleiter von Audi, der auch für das gesamte Konzernressort verantwortlich ist. „Die Volkswagen Group hat ihren globalen Marktanteil dennoch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum weitgehend stabil gehalten.“ Der Konflikt im Nahen Osten habe bislang keine signifikanten Auswirkungen auf die Gesamtauslieferungen des Unternehmens gehabt.
In China, wo Volkswagen mit einem schrumpfenden Markt und zunehmendem Wettbewerb durch lokale Hersteller zu kämpfen hat, wurden im ersten Quartal 548.700 Fahrzeuge ausgeliefert, was einem Rückgang von fast 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. In Nordamerika, wo europäische Automobilhersteller unter den neuen Zöllen von Präsident Donald Trump leiden, fiel die Zahl der Auslieferungen um mehr als 13 Prozent auf 205.500 Fahrzeuge. In den USA betrug der Rückgang sogar 20,5 Prozent.
Vorübergehende Marktführerschaft in China
Trotz der allgemeinen Rückgänge konnte Volkswagen in China einen überraschenden Erfolg verbuchen: Im ersten Quartal 2026 wurde die Marke VW, einschließlich Jetta, erneut zum Marktführer. Dies ist vor allem auf Änderungen in der E-Auto-Förderung zurückzuführen, die einheimische Elektrofahrzeughersteller benachteiligten. Volkswagen konnte durch sein starkes Geschäft mit Verbrennungsmotoren seinen Marktanteil leicht erhöhen. Die Wolfsburger gehen jedoch nicht davon aus, dass dieser Trend bis zum Jahresende anhält.
Im vergangenen Jahr hatte Volkswagen in China bei den Neuzulassungen nur den dritten Platz belegt, hinter dem Elektroauto-Hersteller BYD und dem Volvo-Mutterkonzern Geely. Zuvor war Volkswagen über Jahrzehnte hinweg Marktführer in China gewesen. Der Konzern hatte zuletzt betont, dass er den dritten Platz auf jeden Fall verteidigen wolle.
Positive Entwicklungen in Deutschland und Europa
In Deutschland und ganz Europa konnte der größte europäische Automobilhersteller hingegen zulegen. In Westeuropa wurden fast 850.000 Fahrzeuge ausgeliefert, was einem Anstieg von 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. In Osteuropa betrug der Zuwachs 7,6 Prozent mit 135.000 ausgelieferten Fahrzeugen. In Deutschland lag das Plus bei 4,8 Prozent. Auch in Südamerika verzeichnete der Konzern einen Anstieg von 7 Prozent auf 148.000 Fahrzeuge. Diese Rückgänge in China und Nordamerika konnten jedoch nicht kompensiert werden.
Rückgang bei E-Auto-Verkäufen
Ein deutlicher Rückgang war auch bei den zuvor stetig wachsenden Verkaufszahlen von Elektrofahrzeugen zu verzeichnen: Die weltweiten Auslieferungen sanken um 7,7 Prozent auf 200.000 Fahrzeuge. Dieser Rückgang war sogar noch ausgeprägter als bei den Verbrennern.
In China fiel der ohnehin schwache Absatz von Elektrofahrzeugen um fast 64 Prozent, was auf die veränderten Förderbedingungen zurückzuführen ist. In den USA, wo Präsident Trump die E-Auto-Förderung vollständig gestrichen hat, brach der Absatz sogar um 80 Prozent ein. Volkswagen zog bereits Konsequenzen und kündigte an, die Produktion des E-Autos ID.4 in den USA einzustellen. Stattdessen sollen dort vermehrt Verbrenner-SUVs des Typs Atlas gefertigt werden.
Positive Entwicklung in Europa
In Europa hingegen stiegen die Auslieferungen von Elektrofahrzeugen des Konzerns um 11,5 Prozent auf 176.400 Fahrzeuge. Auch der Auftragseingang entwickelte sich positiv: Über alle Antriebsarten stieg dieser in Europa um 3 Prozent, bei den reinen Elektrofahrzeugen sogar um 4 Prozent. Zudem zeigt die Nachfrage nach Plug-in-Hybriden wieder eine positive Tendenz. Im ersten Quartal wurden weltweit 31 Prozent mehr Plug-in-Hybride ausgeliefert als im Vorjahreszeitraum.
Bereits in den letzten beiden Jahren waren die Verkaufszahlen des Volkswagen-Konzerns gesunken. Im Jahr 2025 fiel der Absatz mit 8,98 Millionen Auslieferungen unter die Marke von neun Millionen Fahrzeugen. Der Abstand zum Marktführer Toyota, der auf 11,3 Millionen zulegte, vergrößerte sich damit weiter. Toyota hatte Volkswagen 2020 als weltgrößten Hersteller abgelöst.
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