In der geopolitisch sensiblen Straße von Hormus hat ein schwerwiegender Vorfall die Spannungen im Iran-Konflikt erneut angeheizt. Laut Berichten hat der Öltanker „El Gaia“, der auf eine Seemine gestoßen sein soll, Feuer gefangen. Die iranischen Revolutionsgarden bestätigen, dass das Schiff sich auf einer als vermint deklarierten Route befand. Der staatliche Rundfunk Irib meldete, dass das gesamte Schiff nach der Explosion vollständig in Flammen aufgegangen sei. Informationen über den genauen Zeitpunkt des Vorfalls fehlen bislang.
Die Straße von Hormus stellt eine der bedeutendsten Wasserstraßen der Welt dar, durch die ein erheblicher Teil des globalen Öltransports geleitet wird. Die iranischen Revolutionsgarden haben die südliche Passage der Meerenge vermint, während nur die nördliche Route entlang der iranischen Küste als sicher gilt. Für die Nutzung dieser Route werden Gebühren erhoben. Die Marineführung der Revolutionsgarden erklärte, dass die Straße von Hormus gegenwärtig geschlossen und unter ihrer Kontrolle sei.
Berichten zufolge war an Bord des Tankers eine 14-köpfige indische Crew. Die indische Botschaft in Oman informierte darüber, dass 13 Besatzungsmitglieder während eines Einsatzes gerettet wurden, während ein weiteres Crewmitglied vermisst wird.
Die Darstellung des Vorfalls durch die US-Streitkräfte wurde von den iranischen Behörden zurückgewiesen. Laut dem U.S. Central Command wurde der Tanker bereits im vergangenen Monat durch eine iranische Rakete getroffen und erst kürzlich erneut angegriffen. Derzeit sei das Schiff manövrierunfähig und werde von einem regionalen Partner abgeschleppt.
Die Situation in der Straße von Hormus hat sich im Kontext des Iran-Konflikts weiter zugespitzt. Vor dem Konflikt verlief ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung durch diese Schlüsselmeerenge. Ein für Montag angesetztes Außenministertreffen der Anrainerstaaten wurde kurzfristig abgesagt, was die angespannte Lage weiter verdeutlicht.
In der Vergangenheit haben die US-Streitkräfte immer wieder iranische Öltanker angegriffen und zerstört, um auf die Bedrohung durch die iranischen Revolutionsgarden zu reagieren. Diese Angriffe sind Teil einer umfassenden Strategie zur Eindämmung iranischer Aktivitäten in der Region.
Quellen: t-online, Die Zeit
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