Die fortwährenden Drohnenangriffe auf Zivilisten in der südukrainischen Stadt Cherson werfen schwerwiegende Fragen auf. Ein kürzlich aufgetauchtes Video dokumentiert, wie eine Drohne einen Mann verfolgt und letztlich neben ihm detoniert. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland beschuldigt, gezielt Zivilisten ins Visier zu nehmen, und fordert verstärkten internationalen Druck auf Moskau.
Das besagte Video, das bereits Millionen Aufrufe in sozialen Netzwerken verzeichnet, zeigt einen Mann, der an einem Transporter steht, umgeben von Pappkisten und einem grünen Schirm. Während die Drohne sich ihm nähert, versucht er, sich zu verstecken, wird jedoch verfolgt, bis die Drohne explodiert. Laut Behördenangaben erlitt er dabei Verletzungen, darunter Splitterverletzungen und eine Gehirnerschütterung.
Selenskyj betonte, dass derartige Angriffe keine Einzelfälle darstellen und bezeichnete die Situation als Terror gegen die ukrainische Zivilbevölkerung. Er wies darauf hin, dass Russland mit FPV-Drohnen gezielt Menschen ins Visier nehme. In diesem Kontext erklärte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha, dass der Vorfall Teil einer systematischen russischen Kampagne zur Einschüchterung der Zivilbevölkerung sei und forderte internationale Verurteilung sowie Gerechtigkeit für die betroffenen Opfer.
Ursprünglich wurde das Video auf einem Telegram-Kanal in Cherson geteilt, bevor es von der örtlichen Polizei und Selenskyj weiterverbreitet wurde. Obwohl die Herkunft des Videos unklar bleibt, haben Experten für Verifikation bestätigt, dass es tatsächlich in Cherson aufgenommen wurde und keine Anzeichen von Manipulationen vorliegen.
Erneut wandte sich Selenskyj an die internationale Gemeinschaft und forderte mehr Druck auf Russland, um den Krieg zu beenden. Dabei betonte er, dass es nicht nur um die Ukraine gehe, sondern auch um die Sicherheit der angrenzenden Nachbarstaaten Russlands.
Nach den Angaben ukrainischer Behörden überlebte der angegriffene Mann mit leichten Verletzungen. Olexander Prokudin, der Leiter der Militärverwaltung in Cherson, veröffentlichte ein weiteres Video, in dem der Mann auf einem Krankenhausbett sitzt und erklärt, dass er versucht hatte, dem Drohnenpiloten zu signalisieren, dass er lediglich Tomaten und Auberginen verkaufe.
Bereits im Mai 2025 stellte die UN-Menschenrechtskommission fest, dass die russischen Drohnenangriffe auf Zivilisten in der Region Cherson als Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Mord zu werten sind. In dieser Region stehen ukrainische und russische Truppen am Fluss Dnipro gegenüber, was immer wieder zu Berichten über gezielte Angriffe auf Zivilisten führt.
Quellen: tagesschau, Die Zeit
Bildquelle: President of Ukraine from Україна via Wikimedia Commons (Public domain)
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