Die Ungewissheit bleibt bestehen: Tierärztin Anne Herrschaft, die an der privaten Transportaktion des Wals beteiligt war, reiste am Freitag zur dänischen Insel Anholt, um den Wal-Kadaver zu begutachten. Laut dem Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus (SPD), brachte die Untersuchung jedoch keine Klarheit. Heute wird die Veterinärin erneut versuchen, die Identität des Tieres zu klären: Handelt es sich um Timmy?
Die Identifizierung gestaltet sich als schwierig: Der tote Meeressäuger liegt auf dem Rücken, während zahlreiche Möwen um ihn herum picken. Ein Abgleich des individuellen Musters auf der Schwanzflosse könnte bei der Identifizierung hilfreich sein, jedoch ist die Schwanzflosse des Tiers teilweise mit Sand bedeckt und unter Wasser, was die Sicht erschwert. Journalisten haben die Fluke am Abend mit einer Drohne aus verschiedenen Perspektiven aufgenommen.
Identität des Wals bleibt unklar
Morten Abildstrøm von der dänischen Behörde Naturstyrelsen erklärte, dass ein Stück der Schwanzflosse abgetrennt wurde, um es nach Deutschland zu bringen. Abildstrøm hatte den gestrandeten Wal aus nächster Nähe inspiziert, als die Gewebeprobe entnommen wurde. Wo die Probe untersucht wird und mit welchen Methoden das Material verglichen werden soll, ist bislang unklar.
Diskussion über Timmy
In dem Podcast „Tierisch menschlich“ der Wissenschaftsautorin Katharina Adick und des Hundeprofis Martin Rütter äußerte sich Kirsten Tönnies, eine weitere Tierärztin, die am Waltransport beteiligt war, über die Freilassung des Wals und berichtete von einer möglichen Sichtung. Sie glaubt, auf Videos einen Wal zu erkennen, der Timmy sein könnte: „Die Finne sieht genau so aus – noch immer von der Zinksalbe diese Reste“. Zudem erinnerte sie sich an ein „komisches schwarzes Ding“ auf der Finne, das sie mit dem angebrachten Tracker in Verbindung bringt. Laut der dänischen Umweltbehörde trägt der tote Wal jedoch keinen Tracker. Beweise dafür, dass die private Initiative tatsächlich einen Sender an dem Wal befestigt hat, existieren nicht. Die Tierärztinnen waren zum Zeitpunkt der Freilassung aus unerklärlichen Gründen mehrere hundert Meter entfernt auf einem Beiboot, was zu heftigen Vorwürfen gegenüber der Crew der Transport-Barge führte.
Hintergrund zu Timmy
Der Wal, der mehrfach an den Küsten von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern gesichtet wurde, wurde mit einem Lastkahn ins offene Meer gebracht und am 2. Mai etwa 70 Kilometer von der Insel Anholt im Skagerrak ausgesetzt. Experten hatten die Aktion kritisiert und die Überlebenschancen des verletzten und geschwächten Tieres als äußerst gering eingeschätzt.
Quellen: mopo
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