Todesstrafe in Tennessee: Frau vor der Hinrichtung
Eine 50-jährige Frau, die vor drei Jahrzehnten wegen des Mordes an einer Bekannten verurteilt wurde, steht im US-Bundesstaat Tennessee kurz vor ihrer Hinrichtung, die für den 30. September 2026 angesetzt ist. Damals, im Jahr 1996, war sie erst 18 Jahre alt. Zahlreiche Organisationen setzen sich dafür ein, die Vollstreckung der Strafe zu stoppen.
Als einzige weibliche Insassin im Todestrakt von Tennessee könnte sie am Mittwoch die erste Frau seit mehr als 200 Jahren sein, die in diesem Bundesstaat hingerichtet wird. Ihre Verurteilung bezieht sich auf einen Mordfall aus dem Jahr 1995, als drei Teenager das 19-jährige Opfer in einem abgelegenen Gebiet in der Nähe der University of Tennessee in Knoxville gefoltert und getötet haben. Laut dem Death Penalty Information Center ist die 50-Jährige die einzige der drei Beteiligten, die die Todesstrafe erhält. Ihr damaliger Freund, der bei der Tat 17 Jahre alt war, wurde zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.
Hintergründe der Verurteilung
Die Frau hat in ihrer Kindheit gravierende Misshandlungen erfahren, darunter körperliche Gewalt und sexuelle Übergriffe. Amnesty International hat auf diese erschütternden Umstände hingewiesen und fordert die Einstellung der Hinrichtung. Auch Experten der Vereinten Nationen haben sich für die Frau eingesetzt. In einem Interview mit einer US-Zeitung gab die 50-Jährige zu Protokoll, dass sie die bevorstehende Hinrichtung täglich emotional mit sich trägt.
Frauen sind im US-Todestrakt eine Rarität; sie stellen lediglich etwa zwei Prozent der Insassen. Seit der Wiedereinführung der Todesstrafe im Jahr 1976 wurden in den USA nur 18 Frauen hingerichtet, was lediglich einen Prozentanteil aller Hinrichtungen ausmacht. In mehr als zwei Dutzend der 50 Bundesstaaten ist die Todesstrafe legal, wird jedoch in vielen Regionen nicht mehr durchgeführt. Bis zum 24. September 2026 sind in den USA insgesamt 28 Hinrichtungen verzeichnet worden.
Gesellschaftliche Haltung zur Todesstrafe
Eine Umfrage des Pew Research Centers offenbart, dass 66 Prozent der Erwachsenen in den USA die Todesstrafe für verurteilte Mörder unterstützen. Zugleich sind 59 Prozent der Meinung, dass sie keine abschreckende Wirkung auf schwere Straftaten hat. Die in den USA angewandten Hinrichtungsmethoden umfassen neben der Giftspritze auch den elektrischen Stuhl sowie in seltenen Fällen das Erschießungskommando.
Die bevorstehende Hinrichtung hat eine intensive Debatte über die Anwendung der Todesstrafe und die Behandlung von Frauen im Strafjustizsystem angestoßen. Die Kampagnen zur Verhinderung der Hinrichtung der 50-Jährigen zeigen, dass das Thema stark polarisiert und viele Menschenrechtsorganisationen sich aktiv für Reformen im System einsetzen.
Quellen: n-tv, suedtirolnews.it
Bildquelle: Von CACorrections (California Department of Corrections and Rehabilitation) – https://www.flickr.com/photos/37381942@N04/4905111750/in/set-72157624628981539/, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11627466
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