In der Prignitz, Brandenburg, sind über 600 Passagiere in einem Zug der tschechischen Bahn gestrandet.
„Die Situation war äußerst angespannt, da die Klimaanlage ausgefallen war und die Temperaturen im Zug auf etwa 40 Grad stiegen“, berichtete Kreisbrandmeister Christian Reisinger.
Der Vorfall ereignete sich, als ein Baum während eines Sturms am frühen Samstagabend auf eine Oberleitung fiel. Der Zug, der von Hamburg nach Prag unterwegs war, verlor daraufhin seinen Fahrstrom. Die Folgen waren gravierend: Die Klimaanlage fiel aus, und die Türen des Zuges blieben zunächst verschlossen.
Rettungsmaßnahmen und Evakuierung
Die Einsatzkräfte mussten die Türen des Zuges öffnen, was mit dem Fällen von Bäumen verbunden war. In der Hitze erlitten mehrere Passagiere gesundheitliche Probleme.
„Drei Personen mussten mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus gebracht werden“, so Reisinger.
Die Feuerwehr evakuierte zunächst Kinder, Schwangere und ältere Menschen aus dem überhitzten Zug. Der Rest der Passagiere musste mehrere Stunden ausharren, bis gegen 23:00 Uhr eine Diesellok eintraf, um den Zug nach Karstädt zu ziehen.
Notunterkunft in der Sporthalle
In Karstädt stellte sich heraus, dass eine Weiterfahrt nicht möglich war. Die Einsatzkräfte richteten daraufhin ein Notlager in einer Sporthalle ein, in dem die Passagiere übernachten konnten. Ein weiterer Passagier wurde aufgrund von Kreislaufproblemen ins Krankenhaus gebracht, während andere von Bekannten abgeholt wurden.
Am nächsten Morgen wurden die etwa 500 verbleibenden Passagiere mit Linienbussen zum Bahnhof nach Karstädt gebracht, wo sie die Möglichkeit hatten, mit zwei ICE-Zügen weiterzureisen.
Hintergrund und Auswirkungen
Dieser Vorfall wirft Fragen zur Sicherheit und Zuverlässigkeit des Bahnverkehrs auf, insbesondere in Zeiten extremer Wetterbedingungen. Die Auswirkungen des Klimawandels sind auch in diesem Zusammenhang nicht zu ignorieren, wie Experten betonen.
Quellen: mopo, Die Zeit
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