„Gerade junge Menschen lassen sich auf Social Media oft von Werbung verführen“, erklärte Anna Gallina, die Senatorin für Justiz und Verbraucherschutz in Hamburg. Sie äußerte sich zu den Risiken personalisierter Werbung und dem unreflektierten Konsumverhalten, das insbesondere bei Jugendlichen zu beobachten sei.
Hamburgs Initiative für Verbraucherschutz
Die Hansestadt Hamburg strebt einen verbesserten Schutz für junge Menschen vor den Gefahren personalisierter Werbung im Internet an. Im Rahmen der Verbraucherschutzministerkonferenz, die in Potsdam stattfindet, wird ein Antrag vorgestellt, der auf die Regulierung von Werbung in sozialen Medien abzielt. Gallina betonte, dass die Bundesregierung auf europäischer Ebene für einheitliche, verbindliche und rechtssichere Werberegelungen für Social-Media-Anwendungen und Social-Commerce-Angebote eintreten solle.
Risiken personalisierter Werbung
„Konsumenten müssen besser vor den Risiken personalisierter Werbung und unreflektiertem Konsumverhalten geschützt werden“, so Gallina weiter. Eine repräsentative Umfrage unter Hamburger Verbraucherinnen und Verbrauchern habe gezeigt, dass viele durch undurchsichtige Werbeformen in sozialen Medien zu Käufen verleitet wurden, die sie sonst nicht getätigt hätten. Dies sei nicht nur ärgerlich, sondern könne auch teuer werden. „Deshalb ist es wichtig, dass Werbung im Netz klar als solche zu erkennen ist und Tricksereien keinen Platz haben“, fügte sie hinzu.
Einheitliche Regelungen gefordert
Gallina fordert einen europaweit einheitlichen Rechtsrahmen, der eine klare Kennzeichnung von Werbung sowie eine Stärkung der Medienkompetenz umfasst. „Alle Nutzer:innen sollten selbstbestimmt auf digitalen Marktplätzen agieren können“, erklärte sie. Bis solche einheitlichen Regeln auf EU-Ebene umgesetzt werden, müsse der Bund prüfen, wie bestehende Vorschriften, wie das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb, der Medienstaatsvertrag und das Digitale-Dienste-Gesetz, nachgeschärft werden können.
Förderung von Verbraucherbildung
- Zielgruppenspezifische Informations- und Aufklärungskampagnen
- Stärkere Förderung der Medienkompetenz
- Umsetzung der Verpflichtungen aus dem Digital Services Act (DSA)
Gallina betonte zudem die Notwendigkeit, dass die auf EU-Ebene im Gesetz über digitale Dienste verankerten Verpflichtungen zu leicht zugänglichen und nutzerfreundlichen Melde- und Beschwerdeverfahren umgesetzt werden. Nutzerinnen und Nutzer sollten die Möglichkeit haben, irreführende oder nicht gekennzeichnete Werbung sowie Werbung für Fakeshops oder gesundheitsbezogene Falschversprechen niedrigschwellig und effektiv zu melden.
Quellen: mopo
Bildquelle: KI generiert