„Ich würde mir wünschen, dass es ein Fest wäre, zu dem die Eppendorfer selbst gern gehen – und nicht schauen, ob sie lieber die Stadt verlassen“, äußerte eine Anwohnerin während einer Sitzung des Regionalausschusses. Diese fand nach den Problemen beim diesjährigen Eppendorfer Landstraßenfest statt, das Ende Mai für viele Anwohner zu einem Albtraum wurde.
Probleme beim Eppendorfer Landstraßenfest
Das Fest, das bereits im Vorjahr mit ähnlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, wurde von Suff, Lärm, Wildpinkeln und Vandalismus geprägt. Die Beschwerden der Anwohner führten dazu, dass die Bezirksversammlung Nord am Montag über die Situation diskutierte.
Einrichtung eines Runden Tisches
In Reaktion auf die Vorfälle beschloss der Regionalausschuss einstimmig die Einrichtung eines Runden Tisches. Dieser soll eine Plattform bieten, auf der Veranstalter, Bezirkspolitik, Verwaltung und Anwohner gemeinsam erörtern, wie das Fest in Zukunft gestaltet werden kann. Einigkeit herrscht darüber, dass die bisherigen Zustände nicht tragbar sind.
Verantwortung der Veranstalter
Die Bergmann-Gruppe, die seit über 30 Jahren für die Organisation des Eppendorfer Landstraßenfestes verantwortlich ist, sieht die Notwendigkeit von Veränderungen. Firmenchef Uwe Bergmann, selbst Anwohner, gab zu, dass die im Vorfeld getroffenen Maßnahmen, wie die Erhöhung des Sicherheitspersonals und die Bereitstellung zusätzlicher Toiletten, nicht ausreichten. „Vieles liegt außerhalb unserer Befugnisse“, erklärte er. „Unsere Security hat dort kein Hausrecht. Wir können niemanden ausschließen oder des Platzes verweisen, das kann nur die Polizei.“
Einfluss von Alkohol und sozialen Medien
Ein weiteres Problem sei der Alkoholverkauf in Supermärkten und Kiosken, auf den die Veranstalter keinen Einfluss hätten. Auch die „Social-Media-Lawine“, die zahlreiche Beiträge von jüngeren Besuchern beinhaltete, habe zur Anziehung weiterer Gäste beigetragen.
Vorschläge zur Verbesserung
Im Rahmen der Sitzung wurden verschiedene Vorschläge zur Vermeidung einer erneuten Eskalation im kommenden Jahr diskutiert. Dazu gehören:
- Früheres Ende der Veranstaltung
- Verzicht auf Club-Musik
- Stärkere Kontrollen
- Einbeziehung von reichweitenstarken Social-Media-Akteuren
Uwe Bergmann plant, Anfang Juli konkrete Maßnahmen bekannt zu geben. Dann wird der Runde Tisch zum ersten Mal zusammenkommen, um die Anliegen der Anwohner und die Interessen der Veranstalter zu besprechen. „Ich finde es gut, dass der Runde Tisch nicht nur die einbezieht, die sich berechtigterweise beschweren, sondern auch die, die Interesse daran haben, dass es weitergeführt wird“, so Bergmann.
Quellen: mopo, NDR
Bildquelle: Bildquelle: Sorin Basangeac auf Unsplash